Chronik | Niederösterreich
01.08.2017

NÖ: 25-Jährige entführt und vergewaltigt

Frau wurde entführt, vergewaltigt und war stundenlang vermisst. Großangelegte Suchaktion in Gutenbrunn. Verdächtiger nach Martyrium gefasst.

Als eine 25-Jährige nach dem Schwimmen am Samstag im Edlesbergersee nahe Gutenbrunn im Bezirk Zwettl (NÖ) nicht mehr nach Hause kam, waren Angehörige und Freunde besorgt und begannen mit der Suche. Ihr Rucksack lag noch auf einem Steg. Von ihr fehlte aber jede Spur. Auch ein Unfall beim Schwimmen wurde nicht ausgeschlossen.

Was folgte, war eine groß angelegte Suchaktion, bei der in der Nacht auf Sonntag insgesamt rund 100 Feuerwehrleute, Einsatzkräfte mit Feuerwehrzillen, die Rettungshundestaffel, Tauchgruppe Nord und der Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera beteiligt waren. „Wir haben das weitläufige Gebiet systematisch abgesucht“, erzählt ein Feuerwehrmann.

Während die Suchtrupps die Wälder rund um den See durchkämmten, war die Frau in Wahrheit in den Fängen eines brutalen Vergewaltigers. Der Mann soll sein Opfer beim Baden am See entführt und in einem Lieferwagen eingesperrt haben. Dort wurde sie angekettet, geknebelt und geschlagen. Die Nacht über soll er sich mehrmals an der wehrlosen Frau vergangen haben. Laut Polizei handelt es sich um einen der schwerwiegendsten Fälle seit Langem.

Erbitterter Kampf

„Wir haben sie, sie lebt und ist bei Bewusstsein“ – dieser erste Funkspruch sorgte nach stundenlanger Suche für Erleichterung. Allerdings zeigte sich erst kurze Zeit später, was sie offenbar durchmachen musste. Die 25-Jährige wurde mit schweren Verletzungen vom erbitterten Kampf gefunden. So weit es ging, konnte sie zum Vorfall befragt werden.

Die Ermittlungsgruppe für Sittlichkeitsdelikte des Landeskriminalamtes übernahm die Erhebungen und konnte auf Grund der Angaben der Frau den Tatverdächtigen Montagabend ausforschen und festnehmen. „Um die weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden, gibt es derzeit keinerlei Informationen“, sagt dazu die leitende Staatsanwältin von Krems, Susanne Waidecker.

Peiniger

Bei dem mutmaßlichen Peiniger handelt es sich um einen 45 Jahre alten Österreicher. Am Dienstag war die Einvernahme und die Handy-Auswertung noch im Gange. Es wird überprüft, ob der Mann eventuell einen Komplizen hatte. Zu diesem Zweck gab es am Dienstag auch Hausdurchsuchungen.

Details will die Staatsanwaltschaft erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.