Spektakuläre Kost bei Sondersitzung des Gemeinderats
Sonderbahnfahrten zum Bahnhof Gstadt waren vor der Auflassung der Bahnstrecke beliebte Ausflugstermine bei den Waidhofnern.
Heiße Stimmung bescheren dieser Tage in Waidhofen/Ybbs nicht nur tropische Temperaturen, sondern auch politische Debatten. Ein halbes Jahr vor der Gemeinderatswahl im Jänner 2027 herrscht alles andere als Sommerruhe. In einer Sondersitzung des Gemeinderats am Donnerstag stehen in der von Finanznöten geplagten Stadt wichtige Vergaben für Bau- und Verkehrsprojekte, ein durchaus spektakulärer Verkauf eines Bahnhofs und hitzige Diskussionen am Programm.
Trotz des für 2026 budgetierten Abgangs von über 700.000 Euro müssen noch wichtige Auftragsvergaben für drei Volksschulprojekte beschlossen werden. Damit können die Arbeiten im September, wie geplant, starten.
Verkehrslösung für neuen McDonald's
Während die Bildungsprojekte politisch unumstritten sind, dürfte die Opposition die Auftragsvergaben für das überraschend fällig gewordene Kreuzungsprojekt Patertal rund um den soeben gestarteten Bau einer McDonald's-Niederlassung ins Visier nehmen. „Auch ich hab’ keine Freude, dass wir dort so plötzlich für eine vernünftige Verkehrssituation sorgen müssen“, sagt Baustadtrat Martin Dowalil (Liste Fufu). Der Bau des Fastfood-Restaurants wurde in der Vorwoche zügig gestartet und soll im November eröffnet werden.
In der Vorwoche ging der Spatenstich für die neue McDonalds-Filiale in Waidhofen/Ybbs über die Bühne.
Die schon jetzt oftmals überlastete Zufahrt zu dem Betriebsgebiet mit einer Bahnkreuzung sowie der Einbindung in die B121 soll durch ein nicht unumstrittenes Verkehrsprojekt entschärft werden. „McDonald's hätte in jedem Fall gebaut. Seitens der Landesverkehrsbehörde gab es keine Auflagen, also müssen dafür sorgen, dass dort eine ordentliche Verkehrssituation entsteht“, sagt Dowalil. Die Kosten müssten für die Stadt bis zum Donnerstag klar am Tisch liegen, sagt der FuFu-Stadtrat.
Aus kritischen Waidhofner Oppositionsreihen kommt vor allem der Vorwurf, dass mit öffentlichen Mitteln die Anbindung eines internationalen Konzerns unterstützt und erneut Boden versiegelt würde.
„Jede Straße, jeder Rad- oder Gehweg wird öffentlich finanziert“, hält ÖVP-Bürgermeister Werner Krammer entgegen. Von McDonald's Österreich werde die Verkehrslösung im Patertal ebenfalls mitfinanziert, kündigt Krammer an.
Stadt verkauft Betriebsgrund
Der Stadtchef sieht auch den ebenfalls am Donnerstag anstehenden Beschluss zum Verkauf des Bahnhofsgeländes Gstadt an die Firma Lietz als positiven Grundstücksdeal für die Stadt. Vor sechs Jahren hatte die Stadt das 3.000 Quadratmeter große Gelände an der aufgelassenen Ybbstalbahn gekauft.
„Es war immer geplant, damit das dortige Betriebsgebiet mit dieser Bahnhofsfläche zu erweitern. Jetzt ist es so weit. Die Firma hat mehrere Ideen, wie sie das Areal direkt aum Ybbstalradweg nützen wird, wir unterstützen das“, so Krammer.
Der Kauf vor sechs Jahren hatte für politische Diskussionen gesorgt, weil die Növog das Gelände zu einem recht geschmalzenen Preis weiterverkaufte, obwohl sie selbst die ehemaligen Bahngründe zu einem symbolischen Preis übernommen hatte. Der aktuelle Verkaufspreis, der Geld in die Stadtkasse spült, werde bei der Sitzung genannt, kündigt der Bürgermeister an. Die Stadt werde aber garantiert nicht draufzahlen, versichert er.
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