Vermögend? Wie viel Alois Huber besaß, wird erst ermittelt.

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Chronik | Niederösterreich
09/28/2013

Vermögen des Vierfach-Mörders soll auch Opfer-Familien zugutekommen

Laut Anwalt ist ein Anspruch auf eine Entschädigung legitim. Beträge nennt er keine.

Was geschieht mit dem Vermögen des Vierfach-Mörders Alois Huber? Der Wiener Rechtsanwalt Nikolaus Rast wälzt schon Pläne für ein Szenario. „Damit könnte man die Familien etwas absichern.“

Der Anwalt vertritt die Witwen von zwei getöteten Polizisten und jene des ermordeten Rettungsfahrers im anstehenden Verlassenschaftsverfahren. „Das steht den Hinterbliebenen der Getöteten zu.“ Unter dem Titel „Trauerschmerzen“ will er die Forderungen anmelden. Einen Betrag kann und will er nicht beziffern. Eine Vermögensschätzung stehe noch aus.

Der Fuhrwerker und leidenschaftliche Jäger verfügte über eine stattliche Liegenschaft und Eigengrund, über Schulden ist nichts bekannt. „Ich will nicht, dass meinen Mandanten Geldgier nachgesagt wird. Ich betone: Es handelt sich um einen ganz legitimen Anspruch.“

Diesen würde auch die Rechtslage würdigen: Denn die Ansprüche seiner Mandanten werden laut Rast noch vor jenen der Familie des Täters befriedigt. Rast: „Ich rechne nicht damit, dass sich jemand querlegen wird. Wer Anstand hat, macht das nicht.“ Überdies führt der Jurist auch die übrigen Behördenverfahren. Es geht um die Witwenrenten und den Unterhalt für die Kinder. Bei den Polizisten sei dies eine reine Formsache. Ob die Gattin des ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Fahrers entschädigt werde, sei unklar. „Darüber wird es Gespräche geben.“

Am Freitag ist mit Manfred Daurer, 44, das vierte und letzte Opfer der Tragödie beigesetzt worden.

Wirbel um Polizisten

Indes versucht die zur Klärung der Schusswechsel eingesetzte Sonderkommission immer noch die Tatabläufe zu rekonstruieren. „Es sind so viele Dutzende Schüsse aus verschiedensten Waffen gefallen, dass man die unzähligen Patronenhülsen erst zuordnen muss“, schildert der Sprecher der nö. Landespolizeidirektion (LPD), Johann Baumschlager.

Für Ermittlungen in dem Fall sorgt außerdem die „Beichte“ eines Polizisten, der auch Gewerkschaftsvertreter der FP-nahen „AUF“ ist. Robert R. ist selbst Sportschütze, der Huber schon lange kannte. Aus dieser Bekanntschaft heraus habe er ihm einige Male selbst gestopfte Sportschützen-Munition verkauft. „Für die Weitergabe solcher Patronen braucht man allerdings eine Lizenz. Daher werden wir diese Sache genau prüfen, ob es disziplinäre oder strafrechtliche Verfehlungen gibt“, sagt Baumschlager.

Nach den Todesschüssen habe die Angelegenheit natürlich keine schöne Optik heißt es bei der LPD. Zumal der Gewerkschafter am Tag des Cobra-Zugriffs auf Hubers Anwesen dadurch aufgefallen ist, dass er als „AUF“-Vertreter an die Einsatzkräfte Wurstsemmeln verteilt hat. Seither befindet er sich aber im Krankenstand.

Mühevoll gestaltet sich die Katalogisierung aller sichergestellten Waffen aus Hubers Bunker. Der gelegte Brand und das Löschwasser hat den Waffen stark zugesetzt. Die Seriennummern stecken teilweise unter einer dicken Rußschicht.