© Stadt St. Pölten/ Josef Vorlaufer

Chronik Niederösterreich
09/18/2020

Überreste aus Aelium Cetium entdeckt

Bauarbeiten in der St. Pöltner Fuhrmannsgasse brachten archäologische Schätze hervor.

von Sophie Seeböck

Ähnlich wie in Rom ist in St. Pölten klar: Wo gegraben wird, kommen historische Schätze zum Vorschein. Denn schon seit gut 20 Jahren häuften sich in der und rund um die Landeshauptstadt Funde von der Römerzeit bis in die Neuzeit.

Im Zuge von Bauarbeiten kamen auch in der Fuhrmannsgasse archäologische Kleinfunde und zahlreiche Strukturen zum Vorschein. Dort soll eine Wohnhausanlage mit Garage errichtet werden. Die erste Grabungsetappe konnte bereits im Vorjahr fertiggestellt werden. Nach einer geplanten Winterpause und einer corona-bedingten Verschiebung wurde nun seit dem Frühjahr wieder nach Schätzen gesucht. Verläuft alles nach Plan, soll die Grabung bis Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Unter der Grabungsleitung von Stadtarchäologen Ronald Risy, der schon vergangene Ausgrabungen in St. Pölten betreute, untersuchte die Firma Talpa aus Wörgl in Tirol bereits 2.000 Quadratmeter der insgesamt 2.500 großen Fläche.

15.000 Funde

Bereits 15.000 Funde wie Pfeifen, Kämme, Bruchstücke von Soldatentellern oder Schmuckstücke wurden inventarisiert. Darunter befinden sich knapp 200 Münzen und 300 Kleinobjekte aus Metall oder Knochen. Die ersten Untersuchungen haben ergeben, dass die Befunde einen Zeitraum von der Römerzeit über das Mittelalter bis in die Neuzeit umfassen.

Neben den bisher gefundenen Überresten wurden auch Mauern neuzeitlicher Gebäude entdeckt. Ein besonders spannender Fund sind Mauerfundamente, die aus dem Mittelalter stammen. Es wird davon ausgegangen, dass es sich hierbei um ein Turmhaus handelt. Eine Vielzahl an Pfostenlöchern, Werkplätzen, Brunnen und Latrinengruben lassen darauf schließen, dass ein Großteil der freigelegten Fläche als Garten oder Werkplatz verwendet wurde.

Stadthaus-Grundriss

Auch eine Struktur aus der Römerzeit erwies sich als spannend. Der Gebäudekomplex besteht aus mehreren Räumen, zwei davon waren mit Fußbodenheizung ausgestattet. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um ein Stadthaus handeln könnte, das von einer sozial höher gestellten Persönlichkeit bewohnt wurde.

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