Chronik | Niederösterreich
09.01.2013

Stronach im tiefsten Mittelalter

Beim Buhlen um Unterstützer für die Landtagswahl schleichen sich die ersten Fehler ein.

Alle Kleinparteien sind derzeit auf der Jagd nach Unterstützern. Wer aktuell nicht im Landtag vertreten ist, muss pro Wahlkreis 50 (von Gemeindeamt oder Notar beglaubigte) Erklärungen vorlegen, um landesweit kandidieren zu können. So will es die nö. Landtagswahlordnung. Die Einreichfrist läuft am 25. Jänner ab.

Neben KPÖ, Piraten, Mutbürgern und Christen hat sich auch das Team Stronach vorgenommen, flächendeckend zu kandidieren. Nicht kandidieren wird das BZÖ. Das hat sich am Mittwoch aus dem Rennen genommen. Alle anderen Gruppierungen kritisieren die Praxis der Unterstützungserklärungen. Jene, die bereits bei vergangenen Wahlen kandidierten, sehen nicht ein, warum sie wieder sammeln müssen. Andere stört die kurze Frist. Auch aus Stronachs Reihen war Kritik laut geworden.

Der KURIER hat sich im Bezirk Baden – durch Magna-Zentrale und Pferdebahn das „Frank-County“ in NÖ – umgeschaut. Am Gemeindeamt der Bezirkshauptstadt ist die Nachfrage stetig, aber überschaubar: „Bis jetzt hatten wir 30 Unterstützungserklärungen, die anderen Parteien treten kaum in Erscheinung“, sagt Ulrike Fischer von der Abteilung „Wahlen & Statistik“. In Oberwaltersdorf, wo die Magna-Zentrale beheimatet ist, liegen fünf Erklärungen für den Austro-Kanadier vor. Ebenso im Pferde-Mekka Ebreichsdorf: Auch dort wollten (bisher) nur fünf Personen unterschreiben.

Beim Besuch im Stronach-Landesbüro in Baden zeigt man sich gelassen: „1200 Personen aus NÖ haben bei uns Interesse angemeldet. Sie werden jetzt angeschrieben. Dann werden wir sehen, was zurück kommt. Aber ich glaube nicht, dass die Unterschriften ein Problem werden“, sagt Team-Sprecher Walter Rettenmoser.

Mittelalter

Um Unterstützer zu mobilisieren, hat das Team Stronach auch einen Folder verschickt. Allerdings hat sich in die Broschüre ein peinlicher Fehler eingeschlichen. Die Partei ersucht die Niederösterreicher um Mithilfe, um bei der „Landtagswahl am 3.3.1013“ (siehe Faksimile) antreten zu können. Stronachs schärfster Konkurrent wäre damit der Babenberger Markgraf Heinrich I.