Chronik | Niederösterreich
14.11.2018

St. Pölten: Kulturhauptstadt kostet 80 Millionen

Stadt muss rund 30 Millionen stemmen, ein Haus für Kinder soll entstehen. Viel Geld fließt in die Infrastruktur.

Stockholm durfte sich einst mit dem Titel schmücken, Rotterdam, Riga, Graz, Linz und Maribor ebenso. Im Jahr 2024 soll die Landeshauptstadt St. Pölten an der Reihe sein und als Kulturhauptstadt Europas viele Gäste aus dem In- und Ausland locken.

Bis dahin ist es aber noch ein langer und vor allem teurer Weg. Bei der Präsentation des Finanzplanes für 2019 sprach Bürgermeister Matthias Stadler auch über die Kosten, die im Zuge einer erfolgreichen Bewerbung auf die Stadt zukommen könnten. Der SPÖ-Politiker rechnet mit einem Gesamtaufwand in der Höhe von rund 80 Millionen Euro. Mehr als ein Drittel davon müsste die Stadt in den kommenden Jahren selbst in die Hand nehmen. „Wir wissen, dass es hier einiges zu stemmen gilt. Wir hoffen aber auch auf Fördermittel vom Bund und bilden Rücklagen“, betont Stadler.

Infrastruktur

Dafür, so versichern Stadt und Land, werde das Geld auch gut angelegt. Vor allem die Kultur-Infrastruktur soll davon profitieren. Das Festspielhaus erhält einen barrierefreien Eingangsbereich und eine automatisierte Bühnentechnik, das Landestheater soll ebenfalls in neuem Glanz erstrahlen. Außerdem wird die Synagoge saniert, die in Zukunft verstärkt als Veranstaltungsort dienen soll. Der Klangturm, der längst nicht mehr klingt, wird um 4,5 Millionen Euro renoviert, zudem soll ein neues Haus für die Vermittlung von Kunst und kulturellen Kompetenzen an Kindern entstehen.

Im Herzen der Stadt steht außerdem eine Neugestaltung des Domplatzes an. Für die Planungen und Weiterführungen der archäologischen Ausgrabungen sind alleine im kommenden Jahr 1,5 Millionen Euro im Budget eingebucht.

Nachdem das Areal künftig autofrei werden soll, wird zudem der Bau einer Tiefgarage unter dem Bischofsgarten überlegt. Eine entsprechende Studie soll bis zum Frühjahr 2019 fertiggestellt sein.

Intensiv nachgedacht wird auch über eine bessere Anbindung des Regierungsviertels an die St. Pöltner Altstadt, damit beschäftigt sich nun eine eigene Arbeitsgruppe.

Die Entscheidung, welche österreichische Stadt den Titel erhält, soll im Herbst kommenden Jahres fallen. Ins Rennen gehen außerdem Bad Ischl und Dornbirn.