Ötscherdorf Lackenhof: SPÖ und FPÖ verlangen Sonderlandtag

Talstation des Zweiersessellifts auf den Großen Ötscher soll nicht mehr in Betrieb genommen werden
Die SPÖ und die FPÖ fordern das Land auf, nach dem Ausstieg der Schröcksnadelgruppe, die Ötscherlifte unter eigener Verantwortung weiterzuführen.

Nach dem am Freitag verkündeten Aus für die Ötscherlifte in Lackenhof wollen SPÖ und FPÖ die Rettung des Skigebiets politisch durchsetzen. Sie verlangen dazu eine Sondersitzung des NÖ Landtags. Ein entsprechender Antrag soll in den kommenden Tagen eingebracht werden, teilten die Parteien am Dienstag mit. Dann müsse sich der Landtag innerhalb von acht Tagen mit dem Thema befassen.

„Es gibt dringenden Handlungsbedarf, wenn nicht Unternehmen über Nacht vor den Trümmern ihrer Existenz stehen sollen, wenn nicht eine ganze Region wirtschaftlich vernichtet werden soll“, sagte Reinhard Hundsmüller, Klubobmann der SPÖ, in einer Aussendung. „Mit der Entscheidung, die Lifte für immer zu schließen, wird einer ganzen Region die wirtschaftliche Lebensader abgeschnitten und den Menschen, die in der Natur Sport und Bewegung machen wollen, ein Naherholungsraum weggenommen.“ Es werde eine beliebte Tourismusdestination zerstört, bevor es ein Zukunftsmodell für die vielen Unternehmen und Arbeitnehmer, für die Sportler und Gäste gebe, so Hundsmüller. Er wolle auch ein Gutachten einfordern, das die volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer Schließung der Ötscherlifte untersuchen soll.Dieses Gutachten verlangte dann LH-Stellvertreter Franz Schnabl in der dienstägigen Regierungssitzung. Dort kritisierte er auch den Alleingang der ÖVP in der Entscheidung der Liftschließung. Schnabl forderte auch die Vorlage des schriftlichen Funsionsvertrages für Lackenhof und Hochkar zwischen dem Land und der Schröcksnadelgruppe.

Angriffe

In einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag kritisierten auch FPÖ-Klubobmann Udo Landbauer und der Lackenhofer FPÖ-Abgeordnete Reinhard Teufl den ÖVP-Sportlandesrat Jochen Danninger und die Landes-ÖVP massiv. Danninger warfen sie sogar "Fake News" rund um die Gründe, warum der Liftbetrieb nicht mehr wirtschaftlich sei, vor.

„Für die Betriebe und Arbeitnehmer vor Ort herrscht noch nie da gewesene absolute Planungsunsicherheit. Keiner weiß, wie es weitergehen soll und das nur wenige Wochen vor Weihnachten. Der Erhalt der Ötscherlifte ist eine politische Entscheidungsfrage, die im Interesse der Region, des Landes sowie des Skisports ganz klar mit ja zu beantworten ist“, betonte der FPÖ Landesparteichef Landbauer. „Das Skigebiet Lackenhof am Ötscher muss erhalten bleiben und weitergeführt werden. Es geht um über hundert Arbeitsplätze, Privatzimmervermieter, Sportgeschäfte, Gastwirte und viele mehr, deren Familien vom Wintertourismus leben.“ Mit dem Wegfall des Wintertourismus sei der Plan Danningers in Lackenhof einen Ganzjahrestourismus installieren zu wollen "reiner Zünismus", sagte Landbauer.

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Schließung sei eine Katastrophe

Die endgültige Schließung sei eine Katastrophe für die Menschen in der Region und eine Bankrotterklärung für das vielfach gepriesene Sport- und Familienland Niederösterreich, so Landbauer weiter. Genauso wie die öffentliche Hand Schwimmbäder oder Kultureinrichtungen mitfinanziere, müsse das Land auch bei den Ötscherliften einspringen.

Wirtschaftliche Gründe, wonach die Ötscherlifte, nach Aussagen von LR Danninger bis zu einer Million Euro Defizit pro Jahr machten, wurden von der Freiheitlichen massiv angezweifelt. Sie wollten in der Bilanz der Ötscherlifte lediglich 54.000 Euro minus für die vergangene von der Corona-Pandemie gezeichnete Saison gefunden haben. Markus Redl, Geschäftsführer der „ecoplus Alpin“ wies das als „völlige Verschwörungstheorie“ zurück. „Es gab tatsächlich sehr hohe negative Betriebsergebnisse, alles andere ist absolut unkorrekt“, sagte er gegenüber dem KURIER.

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