Notar Leopold Dirnegger, Bianca Weissel und Markus Aichelburg präsentierten das Konzept der Testamentspende.

© Katrin Schinewitz

Chronik Niederösterreich
10/15/2021

Spenden nach dem Tod kann sich jeder Fünfte in NÖ vorstellen

Testamentspenden werden in Niederösterreich immer häufiger, vor allem bei kinderlosen Personen.

von Katrin Schinewitz

Was passiert nach dem Tod mit dem Erbe, wenn kein Testament verfasst wurde? Richtig, es geht an die Kinder, den Ehepartner oder je nach Familienstand an weitere Verwandte. Doch wenn keine gesetzlichen Erben gefunden werden können, geht der gesamte Besitz an den Staat.

Spenden nach dem Tod

Allerdings gibt es eine weitere Option, welche oft außer Acht gelassen wird. Man kann seine Hinterlassenschaften nicht nur an Personen, sondern auch an Organisationen weitergeben. Mittels Testamentspenden gehen Geld oder auch Besitz an gemeinnützige Verbände. Insgesamt knapp 70 Millionen Euro werden so jährlich in Österreich vermacht. Die Initiative „Vergissmeinnicht“ setzt sich seit 2012 dafür ein, die österreichische Bevölkerung über Testamente und insbesondere Testamentspenden, zu informieren.

„16 Prozent der über 40-jährigen Österreicherinnen und Österreicher können sich vorstellen, gemeinnützige Organisationen im Testament miteinzubeziehen, aus Niederösterreich sogar 19 Prozent“, erzählt Markus Aichelburg, Projektleiter von Vergissmeinnicht.

Nach dem Tod etwas Gutes tun

Aber warum entscheiden sich Menschen dazu, eine Testamentspende zu tätigen? Der häufigste Beweggrund ist für 51 Prozent der Niederösterreicher der Wunsch, auch nach dem Tod etwas Gutes zu tun, 25 Prozent geben an, einen persönlichen Bezug zu einer bestimmten Organisation zu haben und diese weiterhin unterstützen zu wollen. Die Möglichkeit der Testamentspende ist insbesondere für kinderlose Personen interessant. In diesem Fall wird die Organisation „zum Substitut für die Familie“, erklärt Aichelburg.

Auch Bianca Weissel vom Hilfswerk International, einer der Organisationen, die mit Vergissmeinnicht kooperieren, betont die Notwendigkeit von Testamentspenden. Einerseits kann in Katastrophenfällen auf die Spenden zurückgegriffen werden, aber andererseits können potenzielle Spender auch ihre eigenen Ideen im Bereich der Entwicklungshilfe einbringen.

Durch Hinterlassenschaft Kinderhospiz gebaut

„Durch die Spende einer älteren Dame beispielsweise haben wir auf ihren Wunsch hin ein Kinderhospiz für krebskranke Kinder in Minsk errichtet“, erzählt die Medienbeauftragte. Die Testamentspenden können, laut Weissel, wahre „Game Changer“ sein.

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