Chronik | Niederösterreich
09.11.2017

Schüsse auf Adeg-Supermarkt

Vorfall in der Nacht, bevor das Geschäft im Bezirk Tulln aus wirtschaftlichen Gründen zusperrte. Die Polizei lässt die gefundenen Projektile untersuchen.

Ein mysteriöses Schuss-Attentat auf einen Supermarkt im Bezirk Tulln stellt die Polizeiermittler vor ein Rätsel. Die Umstände muten äußerst seltsam an.

Ausgerechnet in jener Nacht, bevor der Adeg-Markt in Michelhausen im Tullnerfeld aus finanziellen Gründen schließen musste, wurde das Gebäude von Unbekannten unter Beschuss genommen. Die Polizei fand sechs Projektile, die aus einer Pistole oder einem Gewehr abgefeuert wurden. Die Geschoße werden nun von Kriminaltechnikern untersucht.

Neun Jahre hat Rosemarie S. den Supermarkt in Michelhausen zusammen mit ihren Mitarbeitern geführt, zuvor hatte sie eine Greißlerei im Ort.

Weil zuletzt die wirtschaftliche Entwicklung jedoch immer schwieriger geworden ist, sei ihr nichts anderes übrig geblieben als am vergangenen Dienstag "schweren Herzens" endgültig zu schließen, wie Rosemarie S. im Gespräch mit dem KURIER schildert.

Emotionaler Tag

Nach so vielen Jahren im Geschäft hatte sie sich auf einen extrem emotionalen Tag eingestellt. Was jedoch gleich in der Früh los war, damit habe niemand gerechnet. Als die Mitarbeiter den Markt aufsperren wollten, standen sie vor einem zertrümmerten Glasportal. Zunächst konnte sich niemand den Schaden erklären. Erst die zu Hilfe gerufene Polizei machte eine brisante Entdeckung.

Inmitten des Scherbenhaufens fanden die Beamten eine ganze Reihe von Projektilen. Wie man bei der nö. Landespolizeidirektion bestätigt, dürften unbekannte Täter in der Nacht mindestens sechs Schüsse auf den Supermarkt abgegeben haben. Die Geschoße wurden sichergestellt und werden nun von der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle genau überprüft. Die Polizei will heraus finden, um welches Kaliber es sich handelt und auf diese Weise Rückschlüsse auf die Tatwaffe ziehen.

Geschenke

"Wir können uns die ganze Sache einfach nicht erklären, ich bin ratlos. Wir haben am letzten Tag so viele Geschenke von unseren Kunden bekommen, das man meinen könnte, wir feiern die Eröffnung. Den meisten tut es richtig leid, dass wir zusperren", sagt die Unternehmerin.