© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Niederösterreich
01/11/2022

Schüler legten Brand im Schulzentrum von Hollabrunn

Serie von Brandstiftungen gilt als geklärt. Der Schaden beträgt fast eine halbe Million Euro. Drei Verdächtige im Alter von 14 und 15 Jahren konnten wurden ausgeforscht.

von Patrick Wammerl

Ein Großbrand hatte vergangenen September im Schulzentrum Hollabrunn einen Schaden von mehreren hunderttausend Euro angerichtet. Für die Brandermittler des nö. Landeskriminalamtes um Chefinspektor Erich Rosenbaum stand nach dem Inferno rasch fest, dass jemand das Feuer gelegt hatte. Die Kriminalisten konnten den spektakulären Fall tatsächlich klären.

Drei junge Männer und ehemalige Schüler wurden als Brandstifter ausgeforscht. Die zum Tatzeitpunkt 14 und 15 Jahre alten Verdächtigen sollen nicht nur das Feuer in der Schule verursacht haben, sondern von Februar 2020 bis September 2021 auch zahlreiche andere Brände in Hollabrunn. Als Motiv gaben sie Langeweile und den Adrenalinkick an. Der Schaden beläuft sich auf fast eine halbe Million Euro.

Es war in den frühen Morgenstunden am 26. September, als die Einsatzkräfte gegen 5.30 Uhr zu dem verheerenden Feuer ins Schulzentrum in der Kornhergasse gerufen wurden. Das Feuer hatte an mehreren Stellen im Bereich einer Müllinsel an der Bachpromenade seinen Ursprung genommen und sich über die Fassade auf das Schulgebäude, in dem die Mittelschule, das Polytechnikum und die Musikschule untergebracht sind, ausgebreitet.

Die Feuerwehr Hollabrunn startet sofort einen massiven Löschangriff und brachte die Drehleiter für weitere Löschmaßnahmen in Stellung. Gleichzeitig wurde von Seite der Schmiedgasse ein Löschangriff im Inneren des Gebäudes vorgenommen. Weitere Wehren aus dem Abschnitt wurden alarmiert.

Betroffen war auch der Chemiesaal der Mittelschule. Dort musste die Schadstoffgruppe der Feuerwehr 60 Behälter mit Kleinmengen unterschiedlichster Stoffe und Chemikalien, die für den Unterricht benötigt wurden, aus dem Objekt an einen gesicherten Abstellplatz bringen.

In der Schule wurden Lager- und Unterrichtsräume, WCs aber auch die Musikschule teils schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Sanierungsarbeiten nahmen mehrere Wochen in Anspruch.

Die Täter hatten auch am Eingangsbereich des Schulkomplexes zwei Mülltonnen in Brand gesteckt. Im Zuge der Ermittlungen gerieten die Schüler zunächst ins Visier der Fahnder. Die beiden Hauptverdächtigen zeigten sich nach anfänglichem Leugnen geständig. Auf den Handys der Verdächtigen fanden die Kriminalisten belastendes Material wie Bilder und Videos von den Feuerstellen.

Löscharbeiten beobachtet

In der Tatnacht hatten die jungen Männer Farbspray von einer Baustelle gestohlen und Hausfassaden damit beschmiert. Außerdem zündeten sie mehrere Müllinseln an, bevor sie im Schulzentrum zur Tat schritten. Als das Feuer bereits tobte, sollen sie sich versteckt und den Löscheinsatz aus sicherer Entfernung beobachtet haben. Zum Teil wurden von den Männern Benzin und andere Brandbeschleuniger verwendet. In einem Versteck des Trios stellte die Polizei einen 10 Liter Benzinkanister sicher.

Aufgrund des Alters zu den Tatzeitpunkten wird der nun 15-Jährige wegen allen Delikten und der 14-Jährige bei der Brandstiftung in der Schule anwesende Beschuldigte wegen einem Teil der Delikte bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg zur Anzeige gebracht. Der zweite 14-Jährige war bei seiner Anwesenheit zu den Tatzeitpunkten noch nicht strafmündig.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.