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Chronik | Niederösterreich
04/04/2014

Schlumberger-Pläne für Bad Vöslau vom Tisch

Wegen Schaumweinsteuer: Bündelung der Sekt-Produktion ist endgültig vom Tisch.

Die Korken lassen Karin Schmid und die Vöslauer Initiative Goldeck nicht knallen, "aber wir freuen uns natürlich, dass die Sache vorerst vom Tisch ist". Die Sache, das ist die Zusammenlegung der Schlumberger Sektproduktion in der Vöslauer Niederlassung Goldeck.

Wiederholt hatte die Idee in den letzten Monaten für Proteste und hitzige Debatten gesorgt – jetzt erteilte Vorstand Herbert Jagersberger dem Projekt in einem Schreiben an Bürgermeister Christoph Prinz selbst eine Absage. Aber nicht wegen der Bürgerinitiative: Jagersberger nennt die Belastung durch die Sektsteuer als Grund. Ein Stück weit reklamiert man den Rückzieher bei der Bürgerliste dennoch als Erfolg für sich. "Ohne unseren Einsatz wäre vielleicht längst gebaut worden", so Schmid.

Bad Vöslau ist seit der Gründung in den 1840er Jahren Heimat von Schlumberger. Derzeit sind am Standort Goldeck fünf Mitarbeiter mit der Produktion und dem Abfüllen von Rohsekt beschäftigt; veredelt und etikettiert wird in Wien Heiligenstadt.

"Vorerst" kein Thema

Mit dem Bündeln der Produktion wollte man sich bei Schlumberger den ständigen Transfer sparen. Wegen der Bürger-Proteste und absehbarer Probleme bei der Widmung am Goldeck – ein beliebtes Naherholungsgebiet – wollte Bürgermeister Prinz Schlumberger zuletzt einen Standort im Vöslauer Gewerbegebiet schmackhaft machen. "Wir haben diesbezüglich konkrete Gespräche geführt", meint Prinz. Auch diese Option, so Jagersberger, könne aber "vorerst leider nicht in Erwägung" gezogen werden. Was "vorerst" bedeutet, will Schlumberger-Sprecher Markus Graser im KURIER-Gespräch nicht konkretisieren: "Jetzt ist die Sache einmal ad acta gelegt. Alles weitere wäre Kaffeesudleserei." Der Standort Bad Vöslau sei derzeit "jedenfalls nicht gefährdet." Obwohl im Schreiben auch eine mögliche Verlegung der Produktion ins Ausland angedeutet wird.

Bei der Initiative Goldeck scheint man das "vorerst" fast schon als Drohung zu verstehen. Schmid: "Wir bleiben weiter wachsam."