© ©EKO Cobra/DSE Christof

Chronik Niederösterreich
09/16/2019

Scharfer Schuss: „Feuer frei“ für neues Cobra-Trainingszentrum

Polizei-Sondereinheit bekommt für acht Millionen Euro neue Trainingsanlage nach internationalem Standard im Bezirk Baden.

von Patrick Wammerl

Wenn es um Terrorismus, Geisellagen und Menschenleben geht, sollte bei der Spezialeinheit jeder Handgriff sitzen. Dafür ist umfangreiches Training notwendig. Was das anbelangt, beginnt bei der Cobra demnächst eine neue Zeitrechnung. Nach 38 Jahren ist die völlig marode Sonderschießanlage der Elitetruppe in Blumau-Neurisshof (Bezirk Baden).

Im Zuge einer Beschaffungs- und Ausrüstungsoffensive der Polizei durch die alte Bundesregierung, wurden auch acht Millionen Euro für ein neues Schießtrainingszentrum aus dem Budget des Innenministeriums locker gemacht. Vor wenigen Tagen kam es im Zuge eines Gästeschießens auf der veralteten Anlage zum Spatenstich für das lang ersehnte Projekt.

„Nach starkem Regen ist die Anlage immer unter Wasser gestanden. Die restlichen Bedingungen entsprechen einfach nicht mehr den üblichen Standards“, erklärt Ausbildungsleiter Christoph Scherz. Das schmerzte vor allem deshalb, weil das Schießtraining ein wesentlicher Bestandteil der Aus- und Fortbildung bei der Spezialeinheit ist. Vier bis fünf Mal im Monat nimmt jeder Cobra-Beamte an einem Schießtraining teil. Die Anlagen in der Einsatzzentrale in Wiener Neustadt reichen dafür bei weitem nicht aus.

Schießhaus

Daher war die Neuausrichtung der Schießanlage in Blumau-Neurisshof ein lange gehegter Wunsch der Truppe. Der 100-Meter-Schießplatz wird gegen die ständige Überschwemmungsgefahr angehoben, dazu kommt ein neuer 25-Meter-Stand für Pistolen und Maschinenpistolen. Die bestehende 300 Meter-Schießbahn für das Training der Präzisionsschützen wird deutlich vergrößert und modernisiert.

Das neue Herzstück der Anlage wird ein „taktisches Schießhaus“, dass nach den neuesten, internationalen Standards errichtet wird. „Es ermöglicht erstmals für uns scharfe Schüsse im geschlossenen Raum. Das ist oberste Liga und für das Training nach taktischen Konzepten ein Quantensprung“, sagt Scherz.

Aus Sicherheitsgründen dürfen scharfe Schüsse im Gebäudeinneren nur von Spezialeinheiten und unter besonderer Aufsicht abgegeben werden.

Der in der Direktion für Spezialeinheiten angesiedelte Entschärfungsdienst erhält zur Entschärfung von Spreng- und Brandvorrichtungen einen eigenen Platz auf der neuen Schießanlage. In Betrieb gehen soll der Schießplatz im kommenden Jahr.

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