"Scharfe Geschütze" gegen die Schweinepest

ABD0021_20170129 - ARCHIV - Ein Wildschwein am 07.11.2016 im Wildschweingehege in Stuttgart (Baden-Württemberg). In der belebten… © Bild: APA/dpa/Lino Mirgeler

Jägerschaft in Niederösterreich hat die Abschüsse um 33 Prozent auf 26.000 Wildschweine massiv gesteigert.

Die Afrikanische Schweinepest gilt als eine der gefährlichsten Tierseuchen. Vergangenen Sommer ist der stark ansteckende Virus vor den Toren Österreichs angekommen – 80 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, in der tschechischen Stadt Zlín, wurden Wildschweine bereits positiv getestet.

Seither sind die Veterinärbehörde, Bauern und die Jägerschaft dahinter, die Seuche möglichst von Österreich fernzuhalten. In allen Bezirken nördlich der Donau wurde aus Sicherheitsgründen eine behördliche "Kontrollzone" verhängt. Die Freilandhaltung von Hausschweinen ist in diesem Gebiet untersagt.

Der niederösterreichische Jagdverband hat im Sommer ebenfalls seine Mitglieder dazu aufgerufen, ihren Beitrag in der Angelegenheit zu leisten. Unter anderem wurde als Präventivmaßnahme zu einer verstärkten Bejagung der Schwarzkittel – wie die Wildschweine auch genannt werden – aufgerufen. Wie die jüngsten Abschusszahlen zeigen, haben die Jäger ihr Soll erfüllt. Mit 26.000 erlegten Wildschweinen in Niederösterreich wurde der Abschuss gegenüber 2016 um 33 Prozent gesteigert. Besonders in den grenznahen Gebieten der Kontrollzone war das Engagement groß. "In einzelnen Bezirken, wie etwa in Mistelbach, ist es sogar zu einer Steigerung der Abschüsse um 50 Prozent gekommen", so Landesjägermeister Josef Pröll. "Wir setzen hier ein klares Signal und nehmen unseren Teil der Verantwortung wahr, um das Seuchenrisiko zu reduzieren".

Tiere werden getestet

In den gefährdeten Gebieten nördlich der Donau wurden laut der Veterinärbehörde des Landes seit dem Sommer 113 verendet aufgefundene Wildschweine auf Afrikanische Schweinepest untersucht. Alle Überprüfungen waren bisher negativ.

Die Krankheit kann durch direkten Kontakt infizierter Tiere mit gesunden Wild- oder Hausschweinen übertragen werden. Auch die indirekte Übertragung über Futter, Wasser, Fahrzeuge oder Speisereste ist möglich. Für Menschen besteht keine Gefahr.

( kurier.at ) Erstellt am 14.03.2018