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Chronik Niederösterreich
12/21/2021

Rund um Wien sprießen Kurzparkzonen

Als Reaktion auf Parkpickerl-Ausweitung führt Schwechat flächendeckende Parkraumbewirtschaftung ein, Perchtoldsdorf setzt auf kostenlose Begrenzung der Stehzeit.

von Stefan Jedlicka

Die Angst vor dem Verdrängungseffekt ist groß. Bevor im März 2022 die Ausweitung des Wiener Parkpickerls bis an die Stadtgrenze in Kraft tritt, beschließen nun mehrere angrenzende Gemeinden in Niederösterreich ihrerseits Kurzparkzonen. Man will verhindern, dass Anrainer aus Wiener Randbezirken über die Landesgrenze ausweichen, um ihre Fahrzeuge kostenlos abzustellen.

Grüne Zone in Schwechat

Im Schwechater Gemeinderat war bereits in der vergangenen Woche beschlossen worden, ab März zusätzlich zur bestehenden blauen Kurzparkzone auch eine „grüne Zone“ einführen. Während in der blauen Zone 30 Minuten 80 Cent kosten und maximal 120 Minuten geparkt werden darf, beträgt die Gebühr in der grünen Zone 50 Cent pro 30 Minuten. Um 6 Euro gibt es ein Tagesticket, um 95 Euro kann jeder Schwechater eine Jahreskarte erwerben. Bezahlt wird per Handy oder Parkscheinen zum Ausfüllen.

Streitthema Parken in Baden

In Baden sorgt die flächendeckende Ausdehnung der Gebührenpflicht – ebenfalls mit einer neuen, grünen Zone – seit Monaten für emotionale Diskussionen.

Einen anderen Weg will man in Perchtoldsdorf im Bezirk Mödling gehen. Dort soll mit März eine kostenlose Kurzparkzone in jenen Straßenzügen in Kraft treten, die in unmittelbarer Nähe zur Wiener Stadtgrenze liegen. „Beginnend in ungefähr 350 Metern Abstand vom Ortszentrum“, konkretisiert Bürgermeisterin Andrea Kö (ÖVP). Von 8 bis 22 Uhr wird dort eine maximale Stehzeit von drei Stunden digital überwacht. „Wir wollen verhindern, dass unsere Anrainer keinen Parkplatz mehr finden“, sagt Kö.

Pro Perchtoldsdorfer Haushalt kann für ein Fahrzeug eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden – online über die Gemeindehomepage, um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten. Im Jänner werde ein Informationsschreiben an alle Anrainer verschickt. Betroffen seien nach Schätzungen 3.000 bis 5.000 Perchtoldsdorfer. Die neue Regelung gilt vorerst für zwei Jahre, so Kö. „Nach einem Jahr gibt es eine Evaluierung, um zu sehen, ob wir etwas anpassen müssen.“

Vorbild Vösendorf

Grundsätzlich positive Erfahrungen habe man mit diesem System in Vösendorf gemacht, berichtet Bürgermeister Hannes Koza (ÖVP). Dort wurde die kostenlose Kurzparkzone schon vor etwa zwei Jahren eingeführt. In den an Wien angrenzenden Siedlungen dürfen Fahrzeuge maximal 1,5 Stunden lang abgestellt werden. Auch hier erhalten Anrainer Ausnahmegenehmigungen – und zusätzlich Parkerlaubniskarten für Besucher. Eine weitere Ausdehnung der Kurzparkzone sei derzeit nicht geplant, so Koza. „Weil es Wienern ja nicht viel bringt, noch weiter in den Ort zu fahren, wo sie keine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel haben.“

Keine Ausweitung der bestehenden Kurzparkzone plant man hingegen in Klosterneuburg im Norden Wiens, heißt es aus dem Rathaus.

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