Promis um Millionen gebracht

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Foto: Getty Images/iStockphoto/denis vrublevsk/Thinkstock.com Millionen beim Roulette verzockt ?

Ex-Lebensgefährte von Doppel-Olympiasiegerin verprasste anscheinend auch zwei Lottosechser. Fünfzehn Geschädigte sind um 4,5 Millionen Euro umgefallen.

Die Trennung von Doppel-Olympiasiegerin und Ski-Ass Michi Dorfmeister von ihrem Langzeit-Lebensgefährten Andreas P. (47) geistert bereits durch die Medien. Hinter dem Liebes-Aus dürften nicht nur private Zerwürfnisse, sondern auch ein brisanter Kriminalfall stecken.

P. soll die guten Kontakte der ehemaligen Rennläuferin für einen Millionenbetrug genutzt haben. Wie die Staatsanwaltschaft St. Pölten dem KURIER bestätigt, wird gegen den 47-jährigen Niederösterreicher (es gilt die Unschuldsvermutung) wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs ermittelt. Andreas P. wird vorgeworfen, mindestens 4,5 Millionen Euro von 15 bekannten Sportlern, honorigen Konzernvorständen und erfolgreichen Unternehmern verjubelt zu haben – den Großteil im Casino.

Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft müssen aber einer weiteren brennenden Frage nachgehen. Nämlich was Andreas P. mit den fast 5,5 Millionen Euro angestellt hat, die er bei den Österreichischen Lotterien gewonnen hat? "Der Mensch steht unter einem besonderen Stern. Er schaffte es tatsächlich, zwei Mal den Lottosechser zu knacken", so ein Insider. Von dem Geld ist allerdings nichts mehr da. Der 47-Jährige musste Privatkonkurs anmelden.

Abrechnung

Wie einige Opfer dem KURIER schildern, hatten sie dem mutmaßlichen Betrüger angesichts seiner Nähe zu einer der angesehendsten Sportlerinnen des Landes "blind vertraut".

Dabei hätte eine etwas intensivere Recherche eventuell ein anderes Bild über den Niederösterreicher ans Tageslicht gebracht. Andreas P. hat eine bewegte kriminelle Vergangenheit als Bankräuber, die ihm eine mehrjährige Haftstrafe einbrachte.

Fete Imperial 2012 Foto: KURIER/Rainer Eckharter Andreas P. beruft sich in der Causa auf seine Spielsucht Michaela Dorfmeister lernte er erst später kennen. Sie öffnete ihm jedenfalls die Tore zum Society-Parkett und damit zu einer Menge zahlungskräftiger Persönlichkeiten. Einige von ihnen soll P. mit einem "bombensicheren Geschäftsmodell mit Aussicht auf hohe Rendite" tatsächlich zu hohen Investitionen bewegt haben. Er gab an, mit dem Geld ausrangierte Industriemaschinen zu kaufen, um sie im Ausland wieder zu verkaufen. Für mehrmonatige Finanzierungen soll er zehn Prozent Rendite oder mehr versprochen haben. "Es war von ihm schlau eingefädelt. Bei der ersten Investition zahlte er sogar Gewinne aus. Als man dann erneut Geld hineinsteckte, war alles weg", schildert ein angesehener Profisportler.

Einem bekannten Bauunternehmer aus Niederösterreich brachte sein blindes Vertrauen sogar beinahe um Kopf und Kragen. Er investierte mehrere hunderttausend Euro, die nun weg sind. Seine Firma geriet darauf hin in finanzielle Schieflage.

Roulette

Nach derzeitigem Stand soll Andreas P. einen Großteil des Vermögens am Roulettetisch der Casinos Austria in Linz verjubelt haben. Er ging dort als Stammspieler ein und aus und war auch als solcher registriert. Die Casinos führen über die "zugeschätzten Gewinne und Verluste" ihrer Kunden Buch. Demnach soll es aber Diskrepanzen zwischen den verschwundenen Millionen und jenen Beträgen geben, die von den Casinos erfasst wurden. Die Videoaufzeichnungen aus dem Casino können nun vielleicht weiterhelfen.

Keine U-Haft

Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat es an den Adressen von Andreas P. am Montag Hausdurchsuchungen gegeben. Den Geschädigten stößt sauer auf, dass das Gericht in St. Pölten bislang keine Untersuchungshaft verhängte. Bei dieser Summe sei auf jeden Fall Flucht- und Verdunkelungsgefahr gegeben, bekrittelt ein Opfer.

(kurier) Erstellt am
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