Chronik | Niederösterreich
08.09.2017

Profi-Räuber überfielen Juwelier

Bewaffneter schlug Kunden nieder. Räubertrio entkam mit wertvollen Uhren.

Ganz nach dem Strickmuster international agierender Räuber schlugen unbekannte Täter Freitagmittag bei einem bekannten Juwelier mitten am Hauptplatz in Amstetten zu. Der Überfall einer dreiköpfigen Bande ging blitzschnell über die Bühne. Die Täter, von denen einer mit einer Pistole bewaffnet war, verletzten eine Kundschaft mit Pfefferspray, bevor sie eine Vitrine mit einer Axt zerschlugen und dann mit hochpreisigen Markenuhren mit einem vor dem Geschäft geparkten Auto flüchteten.
Kurz vor zwölf Uhr Mittag stürmten die drei mit Kopfbedeckungen und Sonnenbrillen maskierten Männer nacheinander in den Verkaufsraum der Firma Hochholzer. Zuerst kam der Bewaffnete ins Geschäft und bedrohte den Kunden, den er mit Reizgas attackierte und sogar zu Boden schlug. Der Mann musste sich später ambulant im Spital behandeln lassen. Dann folgte der zweite Kriminelle, der mit einem Schlapphut und Brille getarnt war. Er raubte Uhren aus der Auslage.
Als letzter betrat wenige Sekunden später der dritte Räuber den Verkaufsraum. Ähnlich maskiert wie der zweite zertrümmerte er mit einer mitgebrachten Axt eine Vitrine aus der er dann alle Markenuhren stahl und in einen mitgebrachten Sack steckte. Währenddessen bedrohte der erste Täter die Angestellten und den Kunden mit der Pistole. Dabei forderte er sie mehrfach auf sich auf den Boden zu legen, indem er in englischer Sprache "lay down" schrie.

Bei dem Überfall blieb das Personal unbeschadet, erlitt laut Polizei aber einen Schock. „Wir sind alle etwas durch den Wind, aber Gott sei Dank unverletzt“, sagte Chefin Rosa Schmid. Die Flucht ergriffen die Kriminellen mit einem als am 5. Septmeber gestohlen gemeldeten Pkw mit Salzburger Kennzeichen. Dabei durchquerten sie mit dem VW Passat die Amstettener Innenstadt. Im Zuge der sofort eingeleiteten Alarmfahndung der Polizei wurde das Auto wenig später nahe dem Landesklinikum Amstetten in einem Waldstück im Osten der Stadt entdeckt. Zeugen sollen den Fahrzeugwechsel des Gangster-Trios beobachtet haben.

Informationen, wonach ein verdächtiger Wagen auf der Westautobahn von der Polizei mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurde, wollte die Exekutive zunächst nicht bestätigen. Die Alarmfahndung musste erfolglos abgebrochen werden. Die Ermittlungen in dem Fall hat die Raubgruppe des nö. Landeskriminalamtes übernommen. Tatort-Spezialisten sicherten die Spuren im Juweliergeschäft sowie im beschlagnahmten Fluchtauto.

Bilder aus den Überwachungskameras des Juweliers zeigen die Dramatik und die Brutalität des Überfalls. „Es handelt sich um eine sehr professionelle und kaltblütige Vorgangsweise“, erklärte einer der Ermittler. Der Coup trägt die Handschrift international agierender Banden. Der aktuelle Fall von Amstetten weist deutliche Parallelen zu einem ähnlichen Überfall am Vormittag des 20. Juli in der Linzer Landstraße direkt neben einem Schanigarten auf. Auch damals parkten die vier Täter direkt vor dem Geschäft, sprachen englisch und zertrümmerten die Vitrinen, um an teure Uhren zu gelangen.

Anhand der Bilder aus der Videoüberwachung erhofft die Polizei weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Informationen werden unter 059133/30-3333 erbeten.