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Chronik Niederösterreich
09/17/2021

Preisrally bei Betongold: Häuser um 7,6 Prozent teurer

Homeoffice und Co. machen auch ländlichere Regionen in Niederösterreich attraktiver – und teurer.

von Marlene Penz

Während der Pandemie wurde für viele deutlich: Sie brauchen mehr Platz in den eigenen vier Wänden, nächst auch etwas Grün. So, und auch wegen den anderen durch die Pandemie bedingten Unsicherheiten, kam es, dass sich viele um eine Wohnimmobilie, um „sicheres Betongold“, umsahen.

Das trieb laut Wohnimmobilienreport der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Raiffeisen Research und Raiffeisen Immobilien die Preise 2020 österreichweit um 7 Prozent nach oben. Die preisliche Schere geht dabei in den Bundesländern stark auseinander. Die ohnehin schon teuren Pflaster Tirol und Vorarlberg verzeichnet den größten Preisanstieg mit 14,7 bzw. 9,6 Prozent. Die preiswerten blieben hier zurück. Auch Niederösterreich zählt zu den günstigeren Standorten, die Einfamilienhäuser verteuerten sich aber mit 7,6 Prozent (1.515/) etwas stärker als der österreichische Durchschnitt.

Speckgürtel weitet sich

„Die Pandemie und das damit verbundene Streben nach Sicherheit waren ein Turbo für die Preisrally“, erklärt Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen Research. Und auch 2021 stehen die Zeichen auf Höhengewinne. „Das Motto heißt Grundbuch statt Sparbuch“, so Matthias Reith von Raiffeisen Research.

Und hier muss man je nach Region entweder tiefer oder weniger tief in die Tasche greifen. „In keinem anderen Bundesland schwanken die Preise von Haus, Wohnung oder Grund auf Bezirksebene derart wie in Niederösterreich“, so Brezinschek. Das sei der Bundeshauptstadt im Zentrum „geschuldet“. Die umliegenden Bezirke orientieren sich am Wiener Preisniveau, insbesondere im Waldviertel sei davon keine Rede.

Aber: Seit der Corona-Krise werden auch Regionen abseits des „Speckgürtels“ attraktiver. „Alles was von Wien aus in einer Stunde Fahrtzeit erreichbar ist, erfreut sich seit Beginn der Corona-Krise großer Beliebtheit“, erläutert Peter Weinberger, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien. Hotspots seien die Bezirke Amstetten, Tulln, Bruck/Leitha oder Wiener Neustadt. Wenn man durch Homeoffice künftig nicht mehr täglich zum Arbeitsplatz pendeln müsse, werde der Trend noch verstärkt, prognostiziert er.

Bauen unattraktiv

Auch Wohnen im Waldviertel werde zunehmend nachgefragt, aber hier zeigt sich ein Problem: „Es gibt nicht genügend Wohnimmobilien, die zum Verkauf stehen.“ Und derzeit suchen viele genau das: Ein Haus, selbst zu bauen ist derzeit nicht sehr attraktiv. „Die Preise haben in der Baubranche derart angezogen, dass man lieber etwas Vorhandenes umbaut oder saniert, als selbst zu bauen“, so Weinberger, günstige Baugrundstücke gebe es im Waldviertel zur Genüge – ebenso unbewohnte Häuser, die die Besitzer nicht verkaufen wollen.

Kreditsumme um 10 Prozent erhöht

Der Preisanstieg bei den Immobilien wirke sich auf das Bankgeschäft aus, teilt Reinhard Karl, Generaldirektor-Stellvertreter der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, mit. Die durchschnittlich aufgenommene Kreditsumme habe sich in den vergangenen zwei Jahren um 10 Prozent erhöht und belaufe sich auf rund 330.000 Euro. „Letztes Jahr haben historisch niedrige Zinsen in vielen Fällen den Immobilienkauf zu leistbaren Raten möglich gemacht“, so Karl.

Als Faustformel für private Kreditnehmer gilt laut den Raiffeisen Experten: Die Rate sollte so gewählt sein, dass der gewünschte Lebensstandard unverändert möglich ist – daher sollte sie maximal rund 30 Prozent vom monatlichen Nettoeinkommen ausmachen.

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