Christof Chwojka (Notruf NÖ), Werner Kraut (Rotes Kreuz) und Martin Eichtinger 

© Notruf 144

Chronik Niederösterreich
05/18/2020

Pilotprojekt für die Notfallversorgung startet in NÖ

Krankenpfleger mit spezieller Notfallsanitäter-Ausbildung sollen den Notarzt entlasen. Start des Modells in Bruck/Leitha.

von Patrick Wammerl

Eine Lücke zwischen Notarzt und Sanitäter wird mit einem neuen Pilotprojekt in Niederösterreich geschlossen. In Bruck an der Leitha sollen erstmals speziell ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger mit höchster Notfallkompetenz (Acute Community Nurse, kurz ACN) bei Akut- und Notfällen ausrücken und so den Notarzt entlasten. Zum Start am Montag konnte gleich einem Diabetes-Patienten rasch geholfen werden, ohne den Betroffenen dafür in ein Krankenhaus bringen zu müssen.

An der Fachhochschule St. Pölten können Studierende im Studiengang „Gesundheits- und Krankenpflege“ nicht nur den Bachelor machen, sondern sich in Kombination auch zum akademischen Sanitäter ausbilden lassen. Die „Acute Community Nurses“ sind eigens geschulte Notfallsanitäter, die auch venöse Zugänge legen oder intubieren können.

In Bruck an der Leitha sind seit Montag acht speziell ausgebildete ACN-Mitarbeiter von Notruf NÖ für solche Fälle im Einsatz. „Die Rolle dieser Gesundheitsexperten wird jene des Problemlösers sein, sowohl in der 24/7-Akutversorgung von Pflegebedürftigen als auch in der Notfallrettung als Unterstützung und Bindeglied“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP).

Vor allem in Randzeiten des Tages, an Wochenenden und in der Nacht sind bestehende Strukturen in der häuslichen medizinischen und pflegerischen Versorgung teilweise nur eingeschränkt vorhanden, meint Rotkreuz-Landesrettungskommandant Werner Kraut: „Derzeit muss bei akuten Pflegeproblemen in vielen Fällen ein nicht unbedingt notwendiger Transport in ein Klinikum erfolgen. Bei Personen mit diagnostizierten und austherapierten chronischen Grunderkrankungen oder bei akuten Problemen mit Sonden, sowie nach Entlassung von ungeplanten ambulanten oder kurz-stationären Aufenthalten können diese neuen Mitarbeiter steuernd und helfend eingreifen“.

Notrufe

Die Vernetzung dieses Angebots in bestehende Strukturen der NÖ Gesundheitslandschaft wird ein Erfolgsfaktor für das Projekt, heißt es von Seiten Notruf NÖ. Geschäftsführer Christof Constantin Chwojka: „Durch die Integration bei Notruf NÖ, wo alle kommunikativen Gesundheitsanforderungen über 144, 141, 1450 oder den vielen anderen Kontaktmöglichkeiten zusammenlaufen, kann hier sichergestellt werden, dass der optimale Gesundheitsdienstleister zum optimalen Zeitpunkt für die Patientin / den Patienten zum Einsatz kommt.“