In der Gemeinde soll ein Stall für Masthühner errichtet werden

© APA/dpa/Julian Stratenschulte

Chronik Niederösterreich
03/15/2021

Petition gegen Stall mit 39.900 Hühnern

Großprojekt in der Gemeinde Hernstein geplant. Anrainer protestieren, aber Gutachten sprechen für Landwirt.

von Martin Gebhart

Diese Woche startet in der Gemeinde Hernstein (Bezirk Baden) ein baubehördliches Verfahren, das für einige Aufregung sorgt. Im Ortsteil Pöllau will Landwirt Hannes Zaloznik einen großen Stall für rund 39.900 Masthühner errichten. Anrainer aus dem angrenzenden Steinhof haben jetzt dagegen eine Petition verfasst und eine Unterschriftenliste gestartet. Der Betreiber verweist darauf, dass er bei diesem Projekt alle Richtlinien einhalten wird.

Die Petition wurde an die Bürgermeisterin von Hernstein, Michaela Schneidhofer (ÖVP), und den Stadtchef von Berndorf, Franz Rumpler (ÖVP), geschickt. Darin wird darauf verwiesen, dass das Bauvorhaben direkt am Rand des Brunnenfelds Steinhof, „dessen Quellwasser die Stadtgemeinde Berndorf mit Trinkwasser versorgt“, liegt. Weiters werden „zusätzliche Belastungen durch Emissionen, Geruch sowie Lärm und Abgase“ befürchtet. Das werde zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen führen. Deshalb ersuchen sie die Bürgermeister, das Bauvorhaben zu verhindern.

Der Hühnermaststall wird in der Petition als „Tierfabrik“ bezeichnet, was den Projektbetreiber enorm ärgert. Hannes Zaloznik: „Es wird ein besonders tierfreundlicher Stall. Wir müssen alle Vorschriften einhalten.“ Nur so könne er dann das AMA-Gütesiegel führen. Es werde sogar eine Fußbodenheizung im Stall geben. Errichtet werde ein sogenannter BTS-Stall, der für besonders tierfreundliche Haltung stehe.

Dass die Anrainer nicht rechtzeitig informiert worden wären, weist Zaloznik zurück. Er habe das Projekt bereits im Vorjahr mittels Video öffentlich gemacht.

Positive Gutachten

In einer schwierigen Lage ist Bürgermeisterin Schneidhofer, die in diesem Fall Baubehörde ist. Sie werde das Projekt im Sinne aller Gemeindebürger bestmöglich prüfen lassen. Schneidhofer: „Es gibt viele Sorgen, die ich gut nachvollziehen kann.“ Sie habe sich die Situation auch vor Ort angeschaut. Mit dem getrockneten Hühnermist etwa werde nun anders umgegangen als noch Jahren. Schneidhofer: „Ich habe den Mist in der Hand gehabt und nichts gerochen.“

Mittlerweile wurden mehrere Gutachten erstellt, die alle für den Projektwerber positiv ausgegangen sind. Darunter Untersuchungen zu tierärztlichen und wasserrechtlichen Fragen. Schneidhofer: „Ich muss auf die Ergebnisse vertrauen, die mir die Gutachten liefern.“

Im baubehördlichen Verfahren können jetzt Stellungnahmen abgegeben werden. Die Bürgermeisterin will sich alle genau ansehen. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wird es nicht geben. Die ist erst ab 40.000 Hühnern vorgesehen.

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