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Chronik Niederösterreich
08/12/2021

Pädophiler unter Perchtenmaske? Verdächtiger sitzt in U-Haft

Erneut schwerer Verdacht auf Kindesmissbrauch in NÖ. Der Mann soll als Perchtendarsteller Kinder um sich geschart haben.

von Patrick Wammerl

Die Landeskriminalämter haben eigene Ermittlungsgruppen, die sich um Sexualdelikte und speziell auch um das Thema Kindesmissbrauch kümmern – zum Wohle der Opfer meistens streng geschützt, hinter den Kulissen. Öffentlich werden nur die wenigsten Fälle.

Ein solcher sorgt derzeit im südlichen Niederösterreich für Aufsehen. Nach einem besonders schwer wiegenden Verdacht des sexuellen Missbrauchs an Kindern haben für einen Sanitäter und Perchtendarsteller die Handschellen geklickt. Walter C. wurde am vergangenen Donnerstag von Kriminalisten für Sittlichkeitsdelikte des LKA Niederösterreich festgenommen, er sitzt wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft, bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, Markus Bauer. „Das Ermittlungsverfahren läuft wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und anderer Delikte“, sagt Bauer.

Der Sanitäter, der auch als Percht sehr aktiv war und im Zuge der Brauchtumspflege auch Kinder um sich scharte und sie für Perchtenumzüge gewinnen wollte, soll sich als ziviler Kripo-Beamter ausgegeben und so das Vertrauen einer Familie aus dem Raum Wiener Neustadt erschlichen haben. Auf diese Art und Weise soll ihm auch der sechsjährige Bub von den Eltern zum Aufpassen anvertraut worden sein.

Bei Hausdurchsuchung Kameras entdeckt

Unter dem Deckmantel, auf das Kind zu achten und etwas mit dem Buben zu unternehmen, soll es in der Wohnung des Mannes zu schweren sexuellen Übergriffen gekommen sein. Das Kind vertraute sich wenig später einer Verwandten an, worauf Anzeige erstattet wurde. Bei der Hausdurchsuchung an der Adresse des Mannes wurden Kameras sichergestellt, auch Datenträger nahm die Kripo zur Auswertung mit. Da sich Walter C. auch bei karitativen Aktionen für Kinder engagierte, beispielsweise in Krankenhäusern, laufen auch in diesem Umfeld Ermittlungen.

Fall von Klettertrainer weitet sich aus

Der Tatverdächtige sitzt derzeit Zellentür an Zellentür mit einem 34-jährigen Klettertrainer, der, wie berichtet, seit Juli wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch inhaftiert ist. Wie die Ermittlungen zeigen, dürfte der Fall aber zu einer deutlich größeren Dimension anwachsen als bisher befürchtet. Bis dato konnten weit mehr potenzielle Opfer des Trainers eruiert werden, als die etwa 20 anfänglich bekannten Kinder.

Der 34-Jährige war jahrelang an einer sehr bekannten Klettersport-Adresse in Niederösterreich federführend für die Abhaltung von Kinderkursen ab sechs Jahren zuständig – er soll mehr als 200 Kinder betreut haben. Außerdem war er in seinem Brotberuf für eine große soziale Einrichtung als selbstständiger Tagesvater unter Vertrag.

Laut den Angaben der Opfer soll der Trainer den Kindern beispielsweise beim Anlegen des Klettergurts in den Intimbereich gegriffen haben.

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