Chronik | Niederösterreich
28.02.2018

"Oh! It's a feh!": Tränen um wichtige Arbeitsplätze

Papierfabrik Ortmann und Kupfer-Riese Asta im Piestingtal bauen im großen Stil Stellen ab.

Das Piestingtal ist eine Region, die mit starker Abwanderung der Jungen zu kämpfen hat. Dass nun ausgerechnet gleich zwei Leitbetriebe durch markanten Stellenabbau die wirtschaftliche Lage im Tal weiter verschärfen, sorgt für wenig Begeisterung. Nachdem, wie vom KURIER berichtet, der Kupferdraht-Riese Asta in Oed in wirtschaftliche Turbulenzen geraten ist, wird nun auch im Essity-Werk (vormals SCA Ortmann) in Pernitz die Produktion umgestellt. Bis Ende 2020 wird der Personalstand von 540 auf 465 Mitarbeiter reduziert. "Für die Belegschaft war die Nachricht natürlich anfangs ein Schock", erklärt Arbeiter-Betriebsrat Helmut Walzer.

Servietten

Vergangene Woche wurde die Firmenleitung vom skandinavischen Mutterkonzern Essity darüber in Kenntnis gesetzt, dass aus strategischen Entscheidungen die Serviettenproduktion von Ortmann und anderen Standorten nach Italien verlegt wird. Dafür soll in Ortmann zur bestehenden Taschentuch- und Toilettenpapier-Produktion die Herstellung von Haushaltsrollen dazu kommen. 13 Millionen Euro werden dafür in Maschinen für die neue Produktionslinie investiert.

"Um auf dem hart umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu sein, ist es erforderlich, die geografische Ausrichtung unserer Produktionskapazitäten zu optimieren", so Werkleiter Andreas Greiner. Dafür müssen allerdings mindestens 75 Stellen abgebaut werden. Laut Betriebsrat soll dies mit natürlichen Abgängen und Altersteilzeit-Regelungen erreicht werden. "Unser Ziel ist es, das alles ohne Kündigungen zu schaffen", so Walzer. Man sei sich der Verantwortung bewusst, meint Greiner.

Nur ein paar Kilometer weiter, bei Asta in Oed, spricht ein Teil der Belegschaft genau das ihrem Arbeitgeber ab. Nachdem Asta 2015 noch als Weltmarktführer bei der Herstellung von Kupferdrähten gefeiert wurde, müssen nun 50 der 350 Mitarbeiter den Betrieb verlassen; 20 weitere dürften freiwillig gehen. Betroffene Mitarbeiter kritisieren den vorherrschenden Stil und Fehlentscheidungen des Unternehmens.Der bekannte Investor Michael Tojner hatte über seine "Montana Tech Components" (MTC) mehr als 20 Millionen Euro in die Erweiterung des Stammsitzes gesteckt. Nun kämpfe man allerdings mit sinkenden Preisen und größerer Konkurrenz auf den Absatzmärkten.