Universalist:Lok-Mechaniker, Lok-Führer und technischer Verantwortlicher Ingo Wiener startet mit seinen Kollegen in die Saison

© Atzenhofer Wolfgang

Kienberg/Lunz
07/02/2021

Jetzt machen Idealisten ihren Stahlrössern wieder Dampf

Am Wochenende nimmt der Ötscherland-Express zwischen Kienberg und Lunz am See Fahrt auf

von Wolfgang Atzenhofer

Wer dieser Tage im Heizhaus des historischen Bahnhof-Ensembles in Kienberg einen Stopp einlegt, weiß wie Idealismus aussieht und riecht. Der satte Geruch von Maschinenöl und Bohrwasser liegt dort in der Luft, im Arbeitsraum ist eine emsige Freiwilligentruppe am Werk. Die Vereinsmitglieder des Ötscherland-Express sind dabei, ihre Lokomotiven und Waggons für den verspäteten Saisonstart an diesem Wochenende vorzubereiten.

„Sowohl bei den Passagierzahlen als auch bei unseren Reparatur- und Wartungsarbeiten hat uns Corona schlimm mitgespielt“, schildert Ingo Wiener der technische Referent der noch erhaltenen 17 Kilometer langen Ybbstalbahn-Strecke „über den Berg“ zwischen Kienberg/Gaming und Lunz/See. Nicht als smarter Bahnmanager, sondern im öligen Schlosseranzug und direkt von der schweren Arbeit kommend kann Wiener unendlich viele Details über die Lokomotiven und die einzigartige Strecke schildern.

„Es ist eigentlich unglaublich, was unsere Mitglieder hier leisten“, beschreibt Karl Becker, der ehrenamtlich als Geschäftsführer der NÖ Lokalbahnen-Betriebsgesellschaft fungiert. Im heurigen Frühjahr wurden etwa die beiden bekannten und eindrucksvollen Trestlework-Brücken aus Stahl neben den Schienen neu mit Holz belegt.

Neuer Bahnhof

Neben den laufenden Instandhaltungsarbeiten an der Strecke hat Becker gemeinsam mit der Leaderregion Eisenstraße mit dem Bau eines neuen kleinen Bahnhofgebäudes noch Großes vor.

Doch aktuell sind Wiener und seine Kollegen in schweißtreibender Arbeit damit beschäftigt die Dampflok UI. und die Diesellok 2093 für ihre ersten Saisoneinsätze vorzubereiten. Die technischen Prüfungen für die Dampflok sind abgeschlossen. Die aus dem Jahr 1927 stammende 2093er dagegen muss erst wieder zusammengebaut werden. „Wir haben sie zur Generalwartung völlig auseinandergenommen“, erzählt Wiener und deutet auf die sechs seitlich gelagerten Stahlradpaare, deren Spur frisch nachgedreht wurde.

Die ersten beiden Ausfahrten nach Lunz am Wochenende werden übrigens mit der 2099er-Diesellok stattfinden. „Sechs Zylinder, 450 PS, 30 Liter Hubraum“, schwärmt Wiener, der auch als geprüfter Lokführer aktiv ist.

www.lokalbahn.at

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