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Chronik Niederösterreich
06/28/2021

Novelle bringt mehr Geld für Schwestern und Pfleger in NÖ

Abschläge im ersten Dienstjahr fallen. Damit soll mehr Personal rekrutiert werden können - ein Problem seit Corona.

von Patrick Wammerl

Wer bisher in einem Pflegeberuf in einem der 27 Landeskrankenhäuser in Niederösterreich anheuerte, musste im ersten Dienstjahr deutliche Einschnitte bei der Bezahlung hinnehmen. Für die sogenannte Einstiegsphase gab es bei voller Beschäftigung nur 90 Prozent des Salärs aufs Gehaltskonto. Gegen diese Form der laut FPÖ „ungerechten Unterbezahlung“ ist die Fraktion Sturm gelaufen. Nun wird die Angelegenheit in der Landtagssitzung am kommenden Donnerstag durch eine Novelle des NÖ Landesgesundheitsagenturgesetzes repariert, freut sich FPÖ-Gesundheitssprecherin Ina Aigner.

27 Spitäler

Die Corona-Pandemie hat anscheinend ein Umdenken bei der Wertschätzung der Gesundheits- und Pflegeberufe gebracht. Derzeit ist es in Niederösterreich nicht mehr so einfach, ausreichend Diplompflegekräfte für die 27 Spitäler der Landesgesundheitsagentur zu finden und freie Stellen zu besetzen. Dies hängt vor allem auch mit den finanziellen Abstrichen im ersten Dienstjahr zusammen. „Diese Regelung ist ungerecht und wurde von uns seit jeher kritisiert“, sagt Aigner. Wie es nun im gemeinsamen Antrag aller Landtagsparteien heißt, besteht eine kaum zu deckende hohe Nachfrage am Arbeitsmarkt für in den Pflegeberufen tätige Personen. Um die Tätigkeit in den NÖ Gesundheitseinrichtungen zu attraktivieren, entfällt für Bedienstete im Bereich der Diplompflege, der Pflegefachassistenz sowie der Pflegeassistenz die bisherige Einstiegsphase, sodass ihnen ab dem Zeitpunkt der Aufnahme 100 Prozent des Gehalts gebührt.

Intensivbereich

„Damit sollen beim Recruiting insbesondere auch die Schulabsolventen aus den Pflegeberufen durch ein attraktives Einstiegsgehalt in NÖ gehalten werden“, heißt es dazu. Laut Bernhard Jany von der Landesgesundheitsagentur habe gerade Corona im Intensivbereich einen Engpass an Pflegekräften erzeugt. Das Einstiegsgehalt einer diplomierten Pflegekraft liegt bei etwa 2.900 Euro brutto. Durch die bisherige Einstiegsphase verdiente man im ersten Jahr aber nur 2.600 Euro. „Das bedeutet, dass eine diplomierte Pflegekraft in Zukunft schon im ersten Jahr monatlich um zirka 300 Euro brutto mehr erhält“, sagt Jany.

Damit hofft man vor allem viele Abgänge in Richtung Wien zu stoppen.

Patrick Wammerl

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