Die gesetzlichen Mindestplatzvorschriften wurden bei dem Transport ignoriert

© LPD NÖ

Chronik Niederösterreich
07/22/2022

NÖ: Skandalöser Rindertransport auf Westautobahn gestoppt

25 Stiere bei brütender Hitze auf engsten Raum. Sattelzug mit kaputten Bremsen und Reifen von Polizei an Weiterfahrt gehindert.

von Wolfgang Atzenhofer

Wegen schwerer technischer Mängel, Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung und gegen das Tiertransportgesetz  musste ein Rindertransporter auf der  A1 in Niederösterreich von der Polizei an der Weiterfahrt gehindert werden.  Der Lkw-Zug, der mit 25 Zuchtstieren beladen war, wurde im Rahmen einer Schwerpunktaktion am Kontrollplatz Haag gestoppt.

Bei der Überprüfung  fielen den Verkehrspolizisten und den anwesenden technischen Sachverständigen dann umgehend eine Menge an Verstößen auf. Die 25 Stiere stammten aus verschiedenen Betrieben aus dem Bezirk St. Pölten und sollten zu einem Schlachthof in Linz gebracht.

Sofort war klar, dass der 55-jährige Chauffeur aus dem Bezirk Lilienfeld bei dem Transport auf das Tierwohl am wenigsten Rücksicht genommen hatte. Neben einer Überladung von annähernd einer Tonne und einigen Übertretungen der Lenk- und Ruhezeiten durch den Fahrer zeigte sich auf den ersten Blick, dass die Rinder auf den Ladeflächen viel wenig Platz hatten. Bei sommerlichen Höchsttemperaturen waren die Tiere dicht aneinandergedrängt.

Technische Mängel

Aber auch bei der technischen Überprüfung des Gespanns kamen die Beamten nicht aus dem Staunen heraus. Sowohl am Sattelzugfahrzeug als auch am Anhänger gab es gravierende Mängel. So waren  beim Lkw an der zweiten Achse alle vier Reifen vorschriftswidrig. Drei von vier Reifen wiesen eine zu geringe Profiltiefe auf und beim vierten Reifen waren starke Beschädigungen mit Gewebeaustritt und starker Korrosion und Verschmutzung vorhanden.

Die Mängel bewerteten die Polizisten mit „Gefahr im Verzug“. Sie nahmen an Ort und Stelle die Kennzeichentafeln und den Zulassungsschein ab. Beim Anhänger wurden so massive Schäden festgestellt, dass gleich dreimal „Gefahr im Verzug“ festgestellt wurde.  Insbesondere wies die Betriebsbremse einen erheblichen Defekt auf, sodass lediglich nur eines  von vier Rädern bremste. An den restlichen drei Rädern sowie an der Feststellbremse war nahezu keine Bremswirkung vorhanden. Beim Luftanschluss für die Vorratsleitung der Druckluftbremse war eine Gummidichtung gerissen. Die Anlage wies enormen Luftverlust auf. Der Anschluss war weiters stark verschmutzt. Auch beim Anhänger wurden die Kennzeichen abmontiert.

Aufgrund der Stilllegung des Transporters wurde rasch eine Ab- und Umladung der Tiere auf einen anderen Kraftwagenzug organisiert und der Weitertransport der Rinder veranlasst. Der Lenker wurde bei der Bezirkshauptmannschaft Amstetten angezeigt.

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