Simon Eder vom Verein Verbraucherschlichtung, LH-Stellvertreter Franz Schnabl

© Herbert Käfer

Chronik Niederösterreich
11/18/2020

NÖ: Schlichtende Hilfe für Konsumenten in Nöten

Land NÖ engagiert Verbraucherschlichter für ein weiteres Jahr. In vier Jahren 200.000 Euro zurückgeholt

von Wolfgang Atzenhofer

Ärger mit dem Reiseveranstalter, Unzufriedenheit mit der abgeschlossenen Baustelle oder Differenzen über eine Versicherungsleistung, die Gründe für Streit zwischen Konsumenten und Dienstleistern sind vielfältig. Der einfache Weg zur Verbraucherschlichtung Austria statt zum Kadi, um sein Recht durchzusetzen, ist noch zu wenig bekannt. Das Land Niederösterreich hat die Dienste des Vereins um ein weiteres Jahr verlängert.

Von den im Vorjahr bei der Organisation eingegangenen 814 kostenlos gestellten Schlichtungsanträgen stammten mit 167 knapp ein Viertel aus Niederösterreich. „Dabei konnte in zwei von drei Fällen eine Lösung im Sinne der Konsumentinnen erreicht werden“, berichtete Landeshauptfraustellvertreter Franz Schnabl (SPÖ), der auch für den Konsumentenschutz verantwortlich ist. Immerhin 35.000 Euro Schadensersatz hätten Niederösterreicher so am Schlichtungsweg im Vorjahr zurückbekommen. Für Schnabl ist die Verbraucherschlichtung eine ideale Möglichkeit, im Vorfeld Gerichtsverfahren zu vermeiden und eine Deeskalation in Konflikten zu fördern. Seit dem ersten Vertragsabschluss 2016 holten die Schlichter immerhin bereits 200.000 Euro für nö. Konsumenten zurück. Für 2021 soll der Verein wieder mit 10.000 Euro unterstützt werden.

Breite Palette

Die Zuständigkeit der flächendeckend aufgestellten Verbraucherschlichtung sei breit, berichtete Geschäftsführer Simon Eder. Vom kaputten Fernseher, zu hohen Heizkosten bis zu Diskrepanzen um die 24-Stunden-Betreuung reiche das Spektrum. Insbesondere sozial Schwachen, die gegen die Möglichkeiten eines Unternehmens nicht ankommen, könne geholfen werden, schilderte Eder. In den Schlichtungsstellen erstellen Anwälte rechtliche Bewertungen über die Fälle und hören sich die Gegenseite an, bevor Lösungsvorschläge unterbreitet werden. Die Teilnahmequote an einer Schlichtung liegt bei 80, die Einigungsquote bei 20 Prozent. Die Anzahl der Fälle werde heuer wieder steigen, so Eder. Künftig will der Verein auch Sprechtage abhalten und Sachverständige engagieren.

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