© Thomas Lenger

Chronik | Niederösterreich
05/26/2019

NÖ: Erneut Bankomat aufgebrochen und Fluchtauto in Brand gesetzt

Wie bereits bei ähnlichen Fällen dürften die Täter ihr Fluchtfahrzeug in Brand gesetzt haben. Am selben Tag wurde in NÖ bereits ein abgebranntes Auto gefunden.

Als Samstagvormittag ein ausgebrannter (und zuvor gestohlener) Audi Q7 im Wald bei  Markt Piesting (Bezirk Wiener Neustadt-Land) entdeckt wurde, schrillten bei den Kriminalisten in Niederösterreich alle Alarmglocken. Denn als zuletzt gestohlene Audis in Flammen aufgingen – am 11. April in Guntramsdorf und am  7. Mai in Wiener Neustadt – waren Bankomat-Knacker am Werk. Doch trotz verstärkter Präsenz und Aufmerksamkeit der Polizei in der Region schlugen die Kriminellen in der Nacht auf Sonntag dann tatsächlich wieder zu.
Gegen zwei Uhr krachten die unbekannten Täter mit einem weiteren gestohlenen Auto (wieder ein Audi) in Kottingbrunn (Bezirk Baden) in das verglaste Foyer eines Supermarktes neben der Autobahnauffahrt. Der dort  aufgestellte Bankomat wurde aufgebrochen, mit der  Beute machten sich die Ganoven aus dem Staub. Nicht, ohne wie schon bei den jüngsten Coups, ihre Spuren durch  Feuer zu verdecken.

 

Kurze Zeit später traf die Feuerwehr Kottingbrunn ein. Die sich aus Sicherheitsgründen jedoch nicht gleich ans Löschen machen konnte, war doch abzuklären, ob nicht Explosives im Foyer  lauerte. Ein Sprengstoffexperte wurde angefordert. Erst als dieser den Tatort freigab, konnte die Feuerwehr den Kleinbrand  dann rasch  – mit einem -Feuerlöscher, um keine Spuren zu verwischen  – löschen. Noch währenddessen traf die Nachricht ein, dass die Kameraden in Biedermannsdorf ebenfalls keine ruhige Nacht hatten. Sie wurden zu einem Autobrand gerufen. Die Bankomat-Knacker dürften ihr Fluchtauto nach bekanntem  Vorgehen in Brand gesetzt haben.
Intensive ErmittlungenEine Alarmfahndung, bei der auch die Spezialeinheit Cobra im Einsatz stand, verlief negativ, teilte die Landespolizeidirektion mit. Im Eingangsbereich des Lebensmittelgeschäftes entstand erheblicher Sachschaden, die Höhe der Beute konnte noch nicht beziffert werden.
 Experten des Landeskriminalamtes waren am Sonntag mit Ermittlungen am Tatort beschäftigt. „Wir können noch nicht genau sagen, ob es sich um eine oder doch um mehrere Tätergruppen handelt. Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte  Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner. Man hoffe auf einen baldigen Durchbruch.

 



Die Polizei prüft auch einen möglichen Zusammenhang mit dem ausgebrannten Audi, der am Samstag in Markt Pitten gefunden wurde. Der SUV war zuvor im wenige Kilometer entfernten Theresienfeld gestohlen worden. Denkbar ist, dass auch dieses Auto für einen Bankomat-Coup vorgesehen war.
Insgesamt war es bereits der  neunte Bankomat-Einbruch in NÖ in diesem Jahr. Erst 2018 hatte das Landeskriminalamt NÖ mit Kollegen aus Tschechien und Slowenien eine moldawische Bande ausgeforscht, die für acht Bankomateinbrüche in Österreich verantwortlich war.