Die Pflege in Österrreich steht vor großen Herausforderungen

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Chronik Niederösterreich
03/28/2020

Niederösterreich lässt 250 Pflegebetreuer einfliegen

In 70 Pflegefällen in Niederösterreich werde es sonst in absehbarer Zeit Betreuungsprobleme geben.

250 Betreuerinnen und Betreuer aus Rumänien und Bulgarien werden am Montag in Wien-Schwechat landen, kündigte die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) und das Land Niederösterreich an. Etwa 8.000 Menschen werden in Niederösterreich momentan von einer 24-Stunden-Pflege betreut. "In 70 Fällen wird es in absehbarer Zeit Betreuungsprobleme geben, die es zu lösen gilt“, sagt Robert Pozdena, Obmann der Personenbetreuer in der WKNÖ. 

Schnelltests für Betreuer gefordert

Sind die 250 Betreuerinnen und Betreuer in Österreich angekommen, müssen sie aber erst 14 Tage in Quarantäne. Einen Zugang zu Schnelltests, um eine Erkrankung am Coronavirus auszuschließen, haben die Pflegekräfte nicht. „Die Quarantäne ist leider notwendig, weil die Gruppe der Personenbetreuer nicht als systemrelevant anerkannt wird, und somit keinen Zugang zu Schnelltests hat. Das gehört aber schnellstens korrigiert. Denn die Quarantäne kostet nicht nur Geld, sondern vor allem auch wertvolle Zeit, die verstreicht, ehe die Betreuerinnen ihre dringend benötigte Arbeit aufnehmen können“, fordert der Obmann die zuständige Bundespolitik zum Handeln auf.

Ein Turnus dauert für die Betreuer normalerweise drei bis vier Wochen. Unter diesen Umständen soll diese Zeitspanne jetzt auf sechs Wochen ausgeweitet werden. 

Weitere Einflug-Maßnahmen seien derzeit nicht konkret geplant, hieß es am Samstag aus dem Büro der zuständigen Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP). Für Pozdena von der WKNÖ sind erneute Charterflüge mit Pflegepersonal an Bord in mehreren Wochen aktuell „eine Idee“, vor der Umsetzung müsse allerdings das Anlaufen der für Montag vorgesehenen Aktion abgewartet werden.

Andrang bei Pflegehotline

Das Land NÖ übernimmt die Flugkosten, die WKNÖ kommt für die Kosten der Quarantäne, die die Personen in einem niederösterreichischen Hotel verbringen werden, auf. "Für uns in Niederösterreich ist vorrangig, dass auch in fordernden Zeiten die Pflege und Betreuung in unserem Bundesland bestmöglich gesichert ist", sagte die  Teschl-Hofmeister

Auch die Kapazitäten für die NÖ Pflegehotline (02742/9005 9095) wurden aufgestockt. Aufgrund der aktuellen Situation gibt es mehr Anfragen zur Betreuung.