Die Stadt in den Bergen will mit einer neuen Kulturinitiative aufzeigen. Im Mittelpunkt steht Wolfgang Amadeus Mozart.

© Franz Zwickl

Chronik Niederösterreich
12/05/2021

Neustart mit einem Requiem in der Mozartstadt Gloggnitz

Das Schloss Stuppach gilt als Geburtsort von Mozarts Requiem. Das soll jetzt für eine große Kulturinitiative genutzt werden

von Martin Gebhart

Lange Zeit hatte sich die Stadt Gloggnitz im Bezirk Neunkirchen am Fuße des Semmerings als Einkaufsstadt definiert. Jetzt will man sich neu erfinden und setzt dabei auf Kultur. Konkret auf Wolfgang Amadeus Mozart.

Ausgangspunkt ist dabei das Schloss Stuppach, das als Geburtsort von Mozarts Requiem gilt. Es war 1791 seine letzte Komposition und der Auftrag dazu war vom damaligen Schlossbesitzer Graf Walsegg gekommen. Über viele Jahrzehnte wurde auch das Originalmanuskript des Requiems in Stuppach aufbewahrt. Mittlerweile ist es an die Nationalbibliothek übergeben worden.

Unter dem Motto „moz art“ soll es nun ab dem kommenden Jahr ein Festival geben, das sich mit dem Komponisten auseinandersetzt. Kulturstadtrat Peter Kasper: „Wir interpretieren Mozart aber in seiner rebellischen Spielwiese, also als den Komponisten für das Volk, als den er sich selbst gesehen hat. Und natürlich auch mit einer Transformation ins 21. Jahrhundert.“

Als künstlerischer Leiter konnte Universitätsprofessor Johannes Kropfitsch gewonnen werden, der sich bereits als Pianist, Komponist und Mozart-Experte einen Namen machen konnte. Er hat bereits für das kommende Jahr ein Programm zusammengestellt. „Die Chance, sich in allen Kunstgattungen, aber natürlich vor allem in der Musik, mit dem Genie Mozart im 21. Jahrhundert zu beschäftigen, ist einmalig“, sagt Kropfitsch.

„Mozart-Musikschule“

In der „Stadt in den Bergen“, wie Gloggnitz auch genannt wird, gibt es gleich mehrere Auftrittsorte. Darunter die beiden Schlösser Gloggnitz und Stuppach und auch das Schulzentrum. Ein Fixpunkt des Festivals ist natürlich, dass das Requiem in der Christkönigskirche aufgeführt wird. Genauso wie der Plan, dass die Musikschule sich mit Mozart beschäftigen wird. Sie soll dann auch auf „Mozart-Musikschule“ umbenannt werden.

Bürgermeisterin Irene Gölles hat es geschafft, dass alle Parteien bei dem Projekt mitziehen. „Das Konzept hat fraktionsübergreifend alle begeistert und wir konnten einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss zur touristisch-kulturellen Neuausrichtung als Mozart-Stadt erzielen“, sagt Gölles. Damit soll die Stadt ein Teil der Kulturregion Semmering werden, wo auch die Kulturabteilung des Landes Akzente setzen will. Am Ende mit Gloggnitz, den Festspielen Reichenau und dem Semmering.

Die Stadt Gloggnitz
Mit rund 6.000 Einwohnern liegt Gloggnitz im Zentrum der Tourismusregion Wiener Alpen. Wegen der Lage am Fuße des Semmerings trägt die Stadt auch den Beinamen „Stadt in den Bergen“. Urkundlich ist Gloggnitz erstmals im Jahr 1094 erwähnt. Besondere Sehenswürdigkeiten sind die beiden Schlösser Gloggnitz und Stuppach sowie die Villa von Karl Renner, die nun als Renner-Museum genutzt wird. Bürgermeisterin ist seit dem Jahr 2010 Irene Gölles von der Liste „Wir für Gloggnitz“. 

Highlights des Festivals
Der Startschuss fällt am 11. und 12. Juni mit einem großen Konzert im Schulzentrum. Auftreten werden die Berliner Symphoniker mit Werken von Honegger, Prokofjew, Mendelssohn, Mozart, Tschaikowsky und Rachmaninoff. Vom 7. bis 13. August  ist dann eine Mozart-Festwoche geplant. Mit dabei sind unter anderen das  ungarische Staatsorchester Szolnok, das Batik Trio sowie das Duo Llanos Campos. Eine weitere Mozart-Festwoche ist vom 28. August bis 3. September geplant. Unter anderem mit dem Savaria Symphony Orchester.

Johannes Kropfitsch will das Festival „moz art“ auch als eine Art „Green Festival“ positionieren. Kropfitsch: „Wir sind uns gar nicht bewusst, welch negativen Fußabdruck ein Festival hinterlässt, das eigentlich dem Vergnügen dienen soll. Das Thema Umwelt- und Klimaschutz muss daher auch in der Kultur maßgeblich Eingang finden.“ Das sei, laut Kropfitsch, auch den Künstlern ein großes Anliegen. Wie das umgesetzt wird? Es sollen Pakete geschnürt werden, bei denen die Bahnfahrt nach Gloggnitz inkludiert ist. Von dort könnten alle Spielorte dann zu Fuß oder mit E-Mobilität erreicht werden.

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