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Neuer Gedenkort für NS-Opfer am Klinikareal von Mauer

Erinnerungsstätte wird im Oktober eröffnet. Landesschau mit schwieriger Kost interessiert trotzdem viele.
Mauern am Gedenkort

Im Schatten der gut besuchten Landesausstellung zum Thema psychische Gesundheit im Jugendstilprachtbau des Landesklinikums Mauer wird dort derzeit an einem weiteren zeithistorischen Dokument gearbeitet. Auf der anderen Seite des riesigen Klinikareals entsteht gerade ein neuer Gedenkort. Er soll an die Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen in Mauer erinnern.

Die in Grundzügen fertige Erinnerungsstätte neben dem Friedhof der Krankenanstalt wird am 2. Oktober eröffnet. Sie erinnert nach Plänen der Künstlerin Azra Akšamija an 2.848 Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling, die in der NS-Zeit hier oder in anderen Anstalten getötet wurden.

Auf dem nun mit zwei speziellen Mauern begrenzten Grundstück waren ab 1944 auf der damaligen Wiese Tote einfach verscharrt worden, weil im Anstaltsfriedhof wegen des hohen Leichenanfalls kein Platz mehr war. Um diesen Menschen nachträgliche Würde zu verleihen, wurde im Sinne des Kriegsgräberfürsorgegesetzes von den NÖ Landesgesellschaften die Gedenkstätte errichtet. Dabei scheute man auch vor entsprechendem Aufwand nicht zurück: Wegen etlicher Gräber musste sogar die B121 aufgebaggert werden.

Vier Todesanstalten

Nach den Plänen Akšamijas wurden die Mauern aus vier Materialien, die die vier beteiligten Todesanstalten repräsentieren sollen, errichtet: Ziegel stehen für Mauer, Kalksteine für Gugging, Schiefersteine für Meseritz-Obrawalde (Dt.) und gespaltene Betonsteine für Hartheim. Jedes Opfer wird weiters auf einem eigenen Edelstahlplättchen namentlich beschrieben.

Mit dem Haus 18, das mit einer Dokumentation von Opferschicksalen Teil der Landesschau ist, wird in Mauer zudem ein dauerhafter Lernort über die NS-Gräuel eingerichtet.

Erfreuliche Zwischenbilanz 

Abseits dessen ist man trotz der ernsten Thematik der NÖ-Landesausstellung in Mauer mit dem Besuch zufrieden. Die offizielle Zwischenbilanz werde vorbereitet, ist zu hören: Demnächst wird das Erreichen der sechsstelligen Gästezahl erwartet. Froh ist man in der Region und bei den Wirten über den Bustourismus. Anfang Juli wurde von rund 1.000 Busreservierungen berichtet. Angetan ist man im Klinikum über das problemlose Zusammenspiel von Ausstellungsbesuchern und Patienten am weitläufigen Spitalsareal.

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