Landesschau zur psychischen Gesundheit soll Ängste abbauen
Ausstellungsverantwortliche mit LH Johanna Mikl-Leitner.
Eine Schau, wie es sie konzeptionell unter den 41 bisherigen Landesausstellungen in Niederösterreich noch nie gab, öffnet ab 28. März im Landesklinikum Mauer im Mostviertel ihre Pforten. Drei Wochen vor Beginn wurden jetzt Details zur spektakulären Präsentation über den gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen in den letzten 250 Jahren vorgestellt.
Dass die Landesschau "Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit." im laufenden Betrieb eines Klinikums stattfindet, sei neu und einzigartig, unterstreicht Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Das Landesklinikum Mauer, das 1902 von Kaiser Franz Joseph eröffnet wurde, werde durch die Landesschau mit seinem Jugendstil-Ensemble von europäischem Rang zu einem Ort der Zukunft weiterentwickelt, sagt Mikl-Leitner. Immerhin investiert das Land 43 Millionen Euro in die Renovierung und Modernisierung der genutzten Gebäude.
"Diese Landesausstellung ist mehr als ein Kulturprojekt. Sie ist ein gesellschaftliches Signal, ein wirtschaftlicher Impuls und ein klares Bekenntnis zu unserer Verantwortung", erklärt die Landeshauptfrau. Es gelte, die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen aufzubrechen. Sie seien lange tabuisiert worden, heute soll offen darüber gesprochen und Betroffene frühzeitig unterstützt werden.
Kinder
In der Ausstellung wird Kindern und Jugendlichen mit interaktiven Stationen, Familienführungen und Workshops zu Gesundheit, Social Media und Fake News besonderes Augenmerk geschenkt. Auch das düstere Kapitel der NS-Medizinverbrechen mit über 2.000 Mordopfern am Standort bleibt nicht ausgeblendet. In Haus 18 wird die Thematik aufgearbeitet. Der Pavillon bleibt als dauerhafter Lernort erhalten.
Die Ausstellung bereite die historische Entwicklung im Umgang mit psychischer Erkrankung in ihrer ganzen Komplexität auf, erläutert Armin Laussegger, wissenschaftlicher Leiter der Landesausstellungen.
Markanter Startpunkt ist der Wiener Narrenturm aus 1784, von dem ein Modell zu sehen sein wird. 370 museale Exponate aus in- und ausländischen Sammlungen, aus Vergangenheit und Gegenwart, werden gezeigt. Sie sollen differenzierte Einblicke ermöglichen, so Laussegger. Man wolle Wissen vermitteln und Ängste abbauen.
Patientenschutz
Primar Christian Korbel gab Einblick in den geplanten Ablauf des Ausstellungsbetriebs im Klinikbetrieb. Die Privatsphäre der Klienten stehe an oberster Stelle, kündigte der ärztliche Klinikum-Leiter an. Neben Hecken als Sichtschutz in die Pavillon-Gärten wird ein kuratierter Weg für die Besucher im Klinikgelände angelegt. Geschulte Kulturvermittler stehen bereit, um sensible Situationen zu klären.
Im Mostviertel zeigt man sich mit seinen Ausflugszielen gut auf die Landesausstellung vorbereitet.
Gut vorbereitet auf den Besucherstrom zeigten sich die Vertreter der Leaderregion Moststraße und der Stadtgemeinde Amstetten. Man wolle ein stimmiges Gesamterlebnis bieten. Die Schau sei ein historischer Meilenstein, hieß es.
Kommentare