Mahnmahl "Himmelstreppe" von Florian Nährer am Areal des Landesklinikums Mauer 

© Florian Nährer

Amstetten/Mauer
10/30/2020

Gedenken mit Tiefgang

Erinnerung an bombardierte KZ-Gefangene und an Euthanasie-Opfer

von Wolfgang Atzenhofer

Gegen das Vergessen sind in Amstetten 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Nazi-Herrschaft zwei bemerkenswerte Aktionen gesetzt worden. Zwangsarbeiter des in Amstetten betriebenen KZ-Außenlagers von Mauthausen und Euthanasie-Opfer in der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling“ stehen dabei im Mittelpunkt.

60 Namen, eingraviert auf einer Tafel, die nun beim Kriegsopferkreuz im Stadtteil Greimpersdorf montiert wurde, erinnern an den verheerenden Bombenangriff des 16. März 1945. Dabei wurde unter anderem ein Bunker in der Friedenstraße getroffen. Mithilfe des Mauthausen Komitees konnten viele Namen der KZ-Opfer, die bei dem Angriff getötet wurden, ausgeforscht werden. Die Dorfgemeinschaft Greimpersdorf richtete eine Gedenkfeier aus, Salesianer-Pfarrer Hans Schwarzl zelebrierte den Gedenkgottesdienst.

Mordopfer

Den Opfern der Gräuel, die sich in der Nazi-Zeit im wenige Kilometer entfernten Mauer abspielten, widmeten sich ein volkswissenschaftliches Projekt. Im Zuge der qualvollen Ausrottung „unwerten Lebens“ wurden dort rund 1.600 Patienten zur Ermordung ins Schloss Hartheim (OÖ) und nach Maria Gugging gebracht. Ab 1943 tat sich auch innerhalb der Anstalt der Arzt Emil Gelny bei den Mordaktionen hervor. Der Anstaltsfriedhof musste aufgrund der zahlreichen Euthanasieopfer um 300 Plätze nach außen vergrößert werden. Dort wurden die Ermordeten in Sammelgräbern verscharrt. Seit dem Vorjahr erinnert die „Himmelstreppe“, ein aus Grabsteinen erarbeitetes Mahnmal des Künstlers Florian Nährer auf dem Gelände des Landesklinikums Mauer an die dort getöteten Menschen.

Über ein Citizen-Sciene-Projekt haben Angehörige, ehemalige Klinikum-Mitarbeiter, Studierende und Regionalhistoriker das Leben und die Geschichten etlicher Opfer recherchiert. Nächsten Mittwoch (19 Uhr) werden diese Schicksale unter dem Titel „Namen, Gräber und Gedächtnis“, im Amstettener „MozArt“ präsentiert. Für die mithilfe des Instituts für Jüdische Geschichte mitorganisierte Veranstaltung ist wegen der beschränkten Plätze eine Anmeldung (stadtarchiv@amstetten.at) notwendig.

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