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Chronik Niederösterreich
08/06/2021

Neue Hoffnung für die Freunde des Schweinbarther Kreuzes

Seit Stilllegung der Regionalbahn-Linie im Weinviertel bemüht sich eine Initiative um deren Wiederbelebung.

von Stefan Jedlicka

Im Dezember 2019 wurde die Regionalbahnlinie „Schweinbarther Kreuz“ durch die Bezirke Mistelbach und Gänserndorf von den ÖBB stillgelegt und durch eine Busverbindung ersetzt. Seither bemüht sich die Initiative „Regionalbahn statt Bus“ um eine Wiederbelebung des Zugverkehrs. Doch rund um ein im Februar 2020 präsentiertes Konzept der Graz-Köflacher-Bahn (GKB) zur Revitalisierung ist es mittlerweile wieder ruhig geworden.

Direkte Anbindung an die U-Bahn

Nun keimt aus doppeltem Grund neue Hoffnung bei den Fans des Schweinbarther Kreuzes auf: weil einerseits Instandhaltungsarbeiten seitens der ÖBB an Bahnsteigen entlang der stillgelegten Linie durchgeführt werden und andererseits ein Konzept der „Interessensgemeinschaft Regionalbahn Weinviertel“ für den Mobilitätspreis des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) nominiert wurde.

Der Plan der GKB sieht vor, die Strecke wieder in Betrieb zu nehmen. Und zwar mit moderneren Zügen und auf einer erweiterten Streckenführung. Eine Schleife in Obersdorf soll eine Verbindung zur Laaer Ostbahn und eine direkte Anbindung an die Wiener U-Bahn in Leopoldau/Floridsdorf schaffen.

Projekt liegt auf Eis

Die GKB präsentierte Bürgermeistern und anderen Verantwortlichen der Gemeinden entlang der Strecke ihr Konzept. Gerhard Mayer, Mitbegründer der Bürgerinitiative „Regionalbahn statt Bus“ sah einen „Schulterschluss und ein solides und belastbares Fundament für alle noch notwendigen Schritte.“ Doch seither herrscht Stillstand. Auch GKB-Generaldirektor Franz Weintögl lässt auf KURIER-Nachfrage ausrichten, es gebe keinerlei neue Entwicklungen.

Der seit Stilllegung des Schweinbarther Kreuzes auf der Strecke eingerichtete Bus-Verkehr habe sich laut einer Fahrgastbefragung des Landes NÖ und des Verkehrsverbundes Ostregion (VOR) bewährt, gab Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) im Februar 2020 bekannt. Die Umfrage spricht von täglich 805 Fahrgästen. Die Regionalbahn sei hingegen nur von rund 700 Personen täglich genutzt worden. 240 Personen, die die Bahn zuvor nicht genutzt hätten, würden mit dem Bus zu den weiterführenden Bahnhöfen nach Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach) oder Gänserndorf fahren.

Zahlen, die Gerhard Mayer allerdings bezweifelt: „Man sieht, dass die Busse leer durch die Gegend fahren“, sagt er. „Und sie kommen auch oft nicht pünktlich an, was zu Wartezeiten führt. Vor allem für Pendler ist das ein Wahnsinn. Viele sind auf das Auto umgestiegen und fahren damit zu den Bahnhöfen.“

120 Millionen nötig

Neuen Schwung für die Bemühungen erhofft man sich jetzt durch die Nominierung eines Projektes der „Interessensgemeinschaft Regionalbahn Weinviertel“ für den Mobilitätspreis des VCÖ. Unter dem Titel „Aufbruch in ein neues Regionalbahnzeitalter, mit Wasserstoff Regionen, Menschen, Lebensräume verbinden“ wurde das Konzept der GKB eingereicht. Es sehe unter anderem moderne Züge mit Wasserstoff-Antrieb und Internet vor, so Mayer. Außerdem kürzere Fahrzeiten nach Wien.

Instandhaltungsarbeiten

Und auch aktuelle Sanierungsarbeiten der ÖBB an Bahnsteigen in Bad Pirawarth und Groß Schweinbarth machen Fans der Regionalbahn Hoffnung. Doch seitens der Bundesbahnen wird betont, man führe Instandhaltungsarbeiten durch, was nicht bedeute, dass eine Wieder-Inbetriebnahme der Linie geplant sei. Man sei dazu gesetzlich verpflichtet, weil "zwar der Personenverkehr seitens ÖBB/VOR eingestellt, die Strecke aber nicht aufgelassen ist", erklärt ÖBB-Sprecher Christopher Seif: "Es könnten dort andere Eisenbahnverkehrsunternehmen fahren, auch Güterverkehr, und wir sind verpflichtet, alles in Stand zu halten, so lange die Strecke nicht aufgelassen oder verkauft ist."

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