"Neger" als Familienname: Ärger bei Facebook und eMails

Martin Neger aus Krems - Partyveranstalter…
Foto: KURIER/Gilbert Weisbier Martin Neger aus Krems

Unternehmer muss sich ständig rechtfertigen. Facebook sperrte sogar seinen Account.

Seit vielen Jahren macht einem Kremser Unternehmer sein Familienname Probleme: Martin Neger musste sich in der Vergangenheit häufig dafür rechtfertigen, wie er heißt. Viele unterstellen ihm rassistische Provokation. Die elektronischen Medien haben seine Schwierigkeiten inzwischen vervielfacht.

Jüngstes Beispiel: Facebook hat Donnerstagfrüh sein Konto gesperrt, nachdem ein anderer User es bei der Plattform-Administration gemeldet hatte. "Die haben mich aufgefordert, meinen richtigen Namen zu verwenden. Erst als ich ihnen einen eingescannten Ausweis geschickt habe, wurde das Konto wieder frei geschaltet. Allerdings nur vorläufig, bis das überprüft ist", erzählt der 52-jährige Partyveranstalter.

Dabei ist sein Familienname bereits bei der Erstregistrierung erst akzeptiert worden, als er einen Ausweis schickte. "Dabei gebe ich bei Facebook einiges an Geld für Werbung aus. Die Rechnungen bekomme ich allerdings ohne Probleme unter meinem korrekten Namen zugeschickt", spöttelt Neger.

Es muss wegen seines Namens auch noch andere elektronische Probleme bewältigen: "Bei Firmen oder Behörden, die einen besonders scharfen Filter verwenden, kommen meine eMails gar nicht mehr durch."

Mailadresse

Also hat er eine Mailadresse eingerichtet, in der sein Name nicht vorkommt, damit er bestimmte Personen erreicht. Doch selbst das hilft nicht immer. "Manchmal wird sogar der Text überprüft, dann kann ich nicht mit vollem Namen unterschreiben, sondern muss ihn abkürzen", sagt er.

Vor vielen Jahren erhielt Neger auch einmal einen entrüsteten Anruf von einer Grün-Politikerin. Denn er betrieb damals eine Brennholz-Handlung. Das Logo der Firma, das er von seinem Vater übernommen hatte, zeigte damals ein Lagerfeuer. In Kombination mit dem Firmennamen "Neger-Holz" rief das bei der Frau negative Assoziationen hervor. "Anfangs war ich verblüfft. Das Missverständnis konnte ich aber relativ einfach ausräumen."

Selbst, als er auf Facebook einmal einen freiheitlichen Politiker für nicht gerade menschenfreundliche Aussagen kritisierte, musste er sich von dem vorwerfen lassen, dass er eigentlich seinen Namen ändern sollte.

Das hat er aber sicher nicht vor.

(kurier) Erstellt am
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