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Chronik Niederösterreich
01/23/2020

Nebenbuhler niedergefahren: Sieben Jahre Haft für Lenker

Dem Opfer musste nach dem Vorfall in Ebergassiung, NÖ, der Unterschenkel amputiert werden.

von Theresa Bittermann

Aufgrund eines vermeintlichen Autounfalls, der sich später als möglicher Mordversuch entpuppt hatte, musste sich ein 40-Jähriger am Donnerstag vor dem Landesgericht Korneuburg verantworten. Der Mann wurde beschuldigt, im Mai vergangenen Jahres in Wienerherberg bei Ebergassing (Bezirk Bruck an der Leitha) einen Mann vorsätzlich mit dem Auto angefahren zu haben.

Angeklagt wurde der 40-Jährige wegen versuchten Mordes. Dem Opfer musste nach dem Zusammenstoß der rechte Unterschenkel amputiert werden. Ein Mordversuch wurde von den Geschworenen einstimmig verneint. Wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung wurde der Mann zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Außerdem muss der Beschuldigte  150.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.  Der Schuldspruch ist nach Gerichtsangaben nicht rechtskräftig.

Eifersucht als Auslöser für die Tat

Hintergrund des mutmaßlichen Angriffs war laut Staatsanwaltschaft ein Beziehungsstreit. Die Frau des Beschuldigten soll wenige Wochen vor der Tat eine Affäre mit dem Familienvater und späteren Unfallopfer begonnen haben.Als der Angeklagte von dieser heimlichen Beziehung erfuhr, soll er den anderen Mann mehrmals kontaktiert und ihm auch nachspioniert haben. Bei Telefongesprächen soll der Beschuldigte dem Opfer gegenüber auch Todesdrohungen ausgesprochen haben.

Am Tag des Vorfalls wurde der Mann in einer eigentlich ruhigen Siedlungsgegend angefahren und gegen einen Zaun gedrückt. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde er mit einem Notarzthubschrauber in das Landesklinikum Mödling geflogen. Aufgrund der schwerwiegenden Verletzungen war die Amputation des rechten Unterschenkels schließlich nötig.

40-Jähriger ließ Verletzten zurück

Nach der Kollision hielt der Beschuldigte am Unfallort zwar kurz an, fuhr dann jedoch weiter und ließ den Verletzten zurück. Als die Rettungskräfte schließlich am Unfallort eintrafen, war der Pkw-Lenker nicht mehr vor Ort. Der Verletzte gab an, absichtlich angefahren worden zu sein. Wie der KURIER damals berichtete, bestätigten dies Recherchen zufolge auch Zeugen.  

Beschuldigter ging selbst zur Polizei

Noch ehe die Polizei den Pkw-Lenker damals ausfindig machte, kam dieser von selbst auf die Polizeistation. Bei der Einvernahme gab der damals noch 39-Jährige seine Beteiligung am Unfall zu, bestritt jedoch, den Zusammenstoß absichtlich herbeigeführt zu haben. Da die Staatsanwaltschaft der Schilderung des Tatverdächtigen damals nicht glaubte, wurde eine Festnahme des Mannes angeordnet und die Ermittlungen wegen versuchten Mordes aufgenommen. 

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