Die Kartonproduktion in Hirschwang wird geschlossen

© MM Kartin/Mayr Melnhof

Chronik Niederösterreich
10/20/2021

Müllverbrennung statt Kartonfabrik? Unklarheit in Reichenau

Emotionaler Informationsabend zum geplanten Verkauf des Mayr-Melnhof-Werkes endet ohne neue Erkenntnisse.

von Stefan Jedlicka

Was passiert mit der ehemaligen Papierfabrik Mayr-Melnhof in Hirschwang (Gemeinde Reichenau an der Rax, Bezirk Neunkirchen), in der vor rund einem Jahr die Kartonproduktion eingestellt wurde? Eine Antwort auf diese Frage erhofften sich zahlreiche Teilnehmer an einem Informationsabend am Dienstagabend im Parkhotel Hirschwang. Die gab es jedoch nicht. 

Übrig geblieben am Standort ist die Faltschachtelproduktion. Weil Mayr-Melnhof nun plant, das alte Heizwerk auf dem Areal zu verkaufen, wird im Ort befürchtet, eine Verbrennungsanlage für Müll oder Klärschlamm könnte entstehen. Dies wäre für den Kur- und Festspielort verheerend, warnt eine Bürgerinitiative des Wirtschafts- und Tourismusvereins.

Das Heizwerk besitzt eine Bewilligung zur Verbrennung der Rückstände aus der Kartonherstellung. Eine "thermische Verwertung, wie auch bisher", sei daher auch künftig nicht ausgeschlossen, sagt Thomas Gschwendtner, Geschäftsführer Mayr-Melnhof Karton. "Unter Einhaltung aller Standards, vor allem in Hinblick auf die Luftgüte." Eine klassische Müllverbrennungsanlage sei jedoch definitiv nicht geplant. Dies würde der Genehmigung widersprechen und sei technisch am Standort auch gar nicht möglich: "Dazu ist die Anlage zu klein."

Noch kein Käufer

Näheres zur Zukunft des Werkes könne derzeit noch nicht bekannt gegeben werden, da es noch keinen Käufer gebe, so Gschwendtner. "Wir haben noch keine konkreten Pläne." Er habe jedoch versprochen, Reichenaus Bürgermeister Johann Döller (ÖVP) über neue Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Döller zeigt sich mit dem Ablauf des Informationsabends nicht unzufrieden. "Es war eine emotionale, aber gute Diskussion, Mayr-Melnhof hat mehr Transparenz und Information versprochen."

Weniger positiv sieht das hingegen Johannes Ribeiro da Silva seitens der Bürgerinitiative. "Es gibt eigentlich mehr Fragen nach der Veranstaltung als davor", klagt er. "Wir wollten von Herrn Gschwendtner eine Zusage, dass es keine Klärschlammverbrennung am Standort geben wird, diese Zusage wollte er aber partout nicht geben." Auch das Angebot, die Bevölkerung von Reichenau stärker einzubinden, sei nicht angenommen worden, so Ribeiro da Silva.

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