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Tourismuswunder ohne Hotel: Campingplatz und Hütten für Wexl-Trails

Das geplante 3-Sterne-Hotel von deutschem Hotelier kommt vorerst nicht. Dafür wird halbe Million Euro in Camping und Urlauberhütten investiert.
Die Wexl-Trails peilen 100.000 Ersteintritte von Mountainbikern pro Jahr an.

Über 250.000 Besucher im Jahr und so gut wie keine Gästebetten - mit Ausnahme von Privatzimmer-Anbietern und ein paar Appartements. In der Tourismusregion St. Corona am Wechsel sucht man händeringend nach hochwertigen Urlauberzimmern.

Nachdem das geplante Hotelprojekt bei der Wexl-Arena aus Kostengründen auf die lange Bank geschoben ist, haben die Betreiber um Karl Morgenbesser eine neue Idee aus dem Hut gezaubert. Kommende Woche eröffnet der neue Waldcampingplatz mit 43 Stellplätzen. In einer zweiten Ausbauphase 2027/28 sollen weitere 50 Campingplätze sowie die ersten Holzhäuser folgen. In Summe steckt man eine halbe Million Euro in die Weiterentwicklung des Mountainbike- und Erlebnisresorts.

Der neue Camping-Platz bietet 43 Stellflächen in verschiedenen Größen.

Der neue Camping-Platz bietet 43 Stellflächen in verschiedenen Größen.

Ein deutscher Hotel-Visionär, der in Hamburg und Wien mehrere Häuser betreibt, hatte vor einigen Jahren zusammen mit den Verantwortlichen der Wexl-Arena Pläne entwickelt, inmitten des Bikeparks ein hippes Drei-Stern-Hotel zu errichten. Bislang scheiterte die Umsetzung unter anderem daran, einen geeigneten Betreiber für das Haus zu finden. „Für uns selbst ist der Betrieb zu komplex“, erklärt Morgenbesser, Geschäftsführer der Wexl-Arena.

Nachfrage groß

Gestorben ist das Projekt dennoch nicht: Die entsprechende Fläche zwischen dem unteren Bikelift und dem Motorikpark bleibt für einen späteren Zeitpunkt als Hotel-Entwicklungsgebiet reserviert. Dafür wurde heuer massiv in einen Campingplatz investiert. Ab 3. Juli warten 43 Stellplätze - 24 davon mit Stromversorgung - mitten im Wald und eingebettet in die Natur des Wechsellandes. Die Nachfrage nach Campingmöglichkeiten besonders unter den Bikern, die eine weitere Anreise in Kauf nehmen, sei riesig. 

Auch private Zimmeranbieter haben auf den touristischen Ansturm am Wechsel reagiert und in Appartements und Ferienwohnungen investiert, erklärt der Bürgermeister von St. Corona am Wechsel, Michael Gruber.

Boom durch zweiten Lift und Gravity Card

Derzeit kann sich die Wexl-Arena vor Zustrom kaum retten. Die Aufnahme des Bikeparks in den erlesenen Kreis der Gravity Card, die mit einer Karte Zugang zu über 30 der besten Bikeparks Europas bietet, wirkte wie ein Turbo. Und auch die Eröffnung des zweiten Bikeliftes hat dafür gesorgt, dass die Besucherzahlen durch die Decke gehen.

Im heurigen Mai verzeichnete der Bikepark bei den Ersteintritten ein Besucherplus von 30 Prozent. Laut Morgenbesser steuert man alleine bei den Wexl-Trails (Motorikpark und Sommerrodelbahn ausgenommen) heuer auf 80.000 Ersteintritte zu. „100.000 Mountainbiker im Jahr sind schon bald realistisch“, ist Morgenbesser optimistisch.

Die Mountainbike-Trails werden laufend ausgebaut.

Die Mountainbike-Trails werden laufend ausgebaut.

Was ihn so zuversichtlich stimmt? Mit den weiteren Ausbauplänen will man das Tourismusgebiet weiter attraktivieren und neue Gästeschichten ansprechen. „Wir sehen das heurige Jahr als Lernprozess und Austausch mit der Community“, sagt Morgenbesser.

Bau an Bedürfnisse anpassen

Im kommenden Jahr wird dann im Zentrum des Campingplatzes ein neues Servicecenter für den Check-in sowie ein Gastrobereich errichtet. Daneben werden die ersten Urlauberhütten bzw. Holzchalets an den Rand einer angelegten Wasserlandschaft gebaut – jedes Gebäude mit zirka 40 Quadratmetern Größe. Die Ausstattung soll darauf abgestimmt werden, was die Mountainbiker benötigen.

Die Rede ist von einem Bikeraum, einem Trocknungsbereich für durchnässtes Sportgewand etc. „Wenn wir sehen, wo die Bedürfnisse hingehen, wollen wir ab 2028 die nächste Ausbaustufe mit mehr Hütten starten“, erklärt der Geschäftsführer.

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