© Wammerl Patrick

Chronik Niederösterreich
09/17/2019

Mord in Edlitz: Tatverdächtiger war Bankberater des Opfers

Überraschende Entwicklung nach Bluttat im Bezirk Neunkirchen. Wohlhabende Frau und Verdächtiger hatten Geschäftsbeziehung.

von Patrick Wammerl

Im Fall des Mordes an einer 85-jährigen Frau in Edlitz im Bezirk Neunkirchen sind am Dienstag neue Details ans Tageslicht gekommen. Demnach handelt es sich bei dem dringend Tatverdächtigen um einen 61-jährigen Bankmitarbeiter, der mit der wohlhabenden, pensionierten Baumeisterin Emma S. in einer Geschäftsbeziehung gestanden haben soll. Erich Habitzl von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt bestätigt dem KURIER, dass sich Opfer und der mutmaßliche Täter gekannt haben. Der Mann soll eine Art Bankberater der Frau gewesen sein.

Was der Mann Montagabend gegen 20.30 Uhr in der schmucken Villa von Emma S. in Edlitz zu suchen hatte, versuchen nun die Raub- und Tatortermittler des nö. Landeskriminalamtes herauszufinden.

Einem Nachbarn waren aus dem Haus der früheren Bauunternehmerin seltsame, laute Geräusche aufgefallen. Als er das Grundstück betrat, um nachzusehen, sah er einen Mann aus dem Haus in Richtung Wald flüchten. Der Nachbar nahm die Verfolgung auf, verlor aber nach kurzer Zeit die Spur des Unbekannten. Emma S. wurde leblos im Haus entdeckt, Reanimationsversuche blieben ohne Erfolg. Das Opfer dürfte mit einem stumpfen Gegenstand niedergeschlagen worden sein.

Während das Sondereinsatzkommando Cobra, Polizei-Suchhunde und ein Hubschrauber des Innenministeriums bei der Fahndung nach dem flüchtigen Täter die Umgebung durchkämmten, wurde gegen 23.30 Uhr in der Nähe des Tatortes bei Grimmenstein ein Mann beim Überqueren der Autobahn von einem polnischen Lkw gerammt. Der Lenker des Sattelschleppers zum KURIER: „Ich habe noch versucht, das Steuer zu verreißen, aber er ist mir genau hinein gelaufen. Von dem Mord höre ich jetzt das erste Mal. Ich habe mich gewundert, wieso so viel Polizei ins Spital mit ihm mitgefahren ist.“

Bei dem Unfallopfer handelt es sich um den 61-jährigen Bankangestellten aus dem "höheren Management". Er trug einen Autoschlüssel bei sich, der zu jenem Fahrzeug passte, das auf dem Anwesen des Opfers sichergestellt und bereits erkennungsdienstlich von der Spurensicherung behandelt wurde. "Der Mann wurde operiert und ist derzeit nicht vernehmungsfähig. Lebensgefahr besteht laut dem Spital keine", sagt Habitzl. Die Staatsanwaltschaft wird eine Obduktion der Leiche anordnen. Gegen den Tatverdächtigen wurde die Festnahme ausgesprochen, er wird im Spital polizeilich bewacht.

Schon Schwester war Opfer

Als wäre der Mord noch nicht schlimm genug, so hat die Familie des Opfers bereits ein Martyrium durchleben müssen. Emma S. ist die Schwester und Schwägerin jenes Paares, welches 2016 bei einer Home Invasion im Ort bereits schwer misshandelt wurde. Die Täter wurden am Landesgericht Wiener Neustadt zu langen Haftstrafen verurteilt. Der Schwager der Getöteten starb einige Zeit nach dem Überfall. Nun hat die 87-jährige Ehefrau auch noch ihre Schwester durch ein weiteres tragisches Ereignis verloren.

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