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Chronik Niederösterreich
04/08/2021

Mit slowakischer Hilfe zu besserem Angebot an der Nordbahn

Pendlerinitiative in Hohenau setzt auf Hilfe aus der Slowakei, um die Nordbahn zu verbessern.

von Kevin Kada

Rund 10.000 Menschen leben im Einzugsgebiet um den Grenzbahnhof Hohenau an der Nordbahn im Bezirk Gänserndorf. Für die ÖBB und den VOR ist dieses Einzugsgebiet allerdings nicht groß genug, um große Investitionen und Verbesserungen auf der Pendlerstrecke durchzusetzen, meint die Bürgerinitiative „Beschleunigung der Nordbahn“ aus Bernhardsthal.

Um das zu ändern, hat sich die Bürgerbewegung vor zwei Jahren gegründet und dabei auch die Hilfe im nahen Ausland gesucht. Denn in Hohenau befindet sich der einzige Grenzbahnhof zur Slowakei nördlich der Donau. Und dementsprechend ist das Einzugsgebiet deutlich größer, wenn man die 50.000 Bürger auf slowakischer Seite miteinbezieht. „Und das ist Realität. Denn schon jetzt nutzen viele Slowaken den Hohenauer Bahnhof, um so schneller nach Wien in die Arbeit zu kommen“, erzählt Elvira Führer, die Sprecherin der Bürgerinitiative.

Ihr ist es wichtig klarzustellen, dass die Initiative mit den Verbesserungen der letzten Jahre nicht unzufrieden ist. So gibt es nun beispielsweise mehr Zugverbindungen und auch ein wesentlicher Kritikpunkt wurde behoben: „Früher wendete der Zug bei Verspätungen einfach in Hohenau und ist nicht weiter bis nach Bernhardsthal gefahren. Viele Pendler mussten dann teils eine Stunde auf den nächsten Zug warten.“

Doch ihre Minimalforderung wurde bisher nicht erfüllt, meint Führer. Die Bürgerinitiative will nämlich, dass es in der Früh zumindest drei und am Nachmittag zumindest einen schnellen Zug nach bzw. von Wien gibt. Denn die bisherigen Verbindungen nennt Führer liebevoll „Bummelzüge“. Denn: „Die Züge bleiben in jedem Ort stehen und dadurch verlängert sich die Fahrzeit für die Pendler aus den Nordosten enorm.“

31 Bürgermeister im Boot

Hier kommt die internationale Zusammenarbeit ins Spiel. Im Vorjahr war Führer gemeinsam mit weiteren Vertretern unter anderem beim slowakischen Botschafter in Österreich, Peter Mišík, geladen. Auch er unterstützt den Ausbau, ähnlich wie 22 Bürgermeister aus den angrenzenden slowakischen Gemeinden sowie neun Bürgermeister aus dem Bezirk Gänserndorf.

Einer von ihnen ist Johann Fürmann (SPÖ), Bürgermeister der zu Hohenau angrenzenden Marktgemeinde Hausbrunn. „Wir setzen uns auch für einen Ausbau ein, denn dadurch schaffen wir es, den Individualverkehr zu reduzieren und den Pendlern den Zug attraktiver zu machen“, sagt Fürmann.

Kritik üben Führer und die Initiative hingegen an Bürgermeister Wolfgang Gaida (SPÖ) aus Hohenau. Er sei, ihrer Meinung nach, nicht an einer Lösung und Erweiterung interessiert und blocke jegliche Vorhaben ab.

Konzept muss her

Dem widerspricht Gaida im Gespräch mit dem KURIER und will klarstellen, dass „ich absolut für einen Ausbau bin. Doch das muss mit einem Konzept passieren, und geht nicht von heute auf morgen.“

Gaida ist froh über das Interesse und die Aktivität der Initiative, doch er will den Ausbau mit einem Gesamtkonzept für die Region bewerkstelligen: „Da gibt es viele Dinge zu bedenken. Park&Ride-Anlagen, E-Car-Sharing, Radausbau, Umfahrungsstraßen und vieles mehr. Das ist ein Prozess und dieser muss erst eingeleitet werden.“

Eigentlich steht dafür alles bereits in den Startlöchern, versichert Gaida, der seit Jänner 2019 Bürgermeister ist. Lediglich Corona habe die geplanten Workshops mit Bürgerbeteiligung und Infoabende verzögert. „Wir haben sogar schon gedruckte Einladungen in der Schublade. Da müssen wir nur noch das Datum ändern“, versichert der Bürgermeister, dass auch er an einer baldigen Lösung interessiert ist.

Modernisierung 
Ab 2022 haben die ÖBB in ihrem Rahmenplan  eine Modernisierung der Nordbahn um rund eine Million Euro  vorgesehen. 17 Haltestelle sollen  modernisiert und barrierefrei umgebaut werden

Angebot
Durch den Ausbau der rund 66 Kilometer langen Nordbahn zwischen Wien und Bernhardsthal soll unter anderem der S-Bahn-Takt verstärkt werden und auch die Fahrzeit verkürzt werden

Infrastruktur
Entlang der Strecke sollen bis 2032 auch Park&Ride-Anlagen gebaut sowie Lärmschutz errichtet werden. Außerdem wird die Sicherheit durch Wegfall von Eisenbahnkreuzungen erhöht

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