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Chronik Niederösterreich
03/12/2021

Ministerium sagt "Nein": Kein zusätzlicher Impfstoff für Wr. Neustadt

Das Hochinzidenzgebiet wird nicht bevorzugt behandelt. Die Ausreisetests werden nicht so bald aufhören.

von Patrick Wammerl

Seit Mittwoch ist Wiener Neustadt Corona-Hochinzidenzgebiet. Jeder, der die Stadt verlässt, muss einen negativen Test vorweisen können. Ab Samstag exekutiert auch die Polizei stichprobenartig an allen Stadteinfahrten sowie am Bahnhof diese Maßnahme.

Im Kampf gegen die massiven Beschränkungen gibt es für die Verantwortlichen im Rathaus nun einen herben Rückschlag. Das Gesundheitsministerium erteilt dem Wunsch nach zusätzlichen Impfdosen und einer bevorzugten Durchimpfung der Bevölkerung – wie es derzeit im Bezirk Schwaz in Tirol der Fall ist – eine klare Absage. In Schwaz hat am Donnerstag, wie berichtet, die Massenimpfaktion der Bevölkerung begonnen. Und das bei einer aktuellen 7-Tages-Inzidenz von vergleichsweise harmlosen 94. 48.500 von 64.000 infrage kommende Menschen haben sich in Schwaz für eine Impfung mit Biontech/Pfizer angemeldet (76 Prozent). 100.000 Impfdosen stehen dort sogar zur Verfügung.

366 Infizierte bei 50.000 Einwohnern 

Wiener Neustadt ist seit dieser Woche österreichweit die Region mit der allerhöchsten 7-Tages-Inzidenz von aktuell 539 (366 Infizierte). Trotz dieser Zahlen hat das Gesundheitsministerium nicht vor, Wiener Neustadt bei einer raschen Durchimpfung zu priorisieren.

„Beim Projekt im Bezirk Schwaz in Tirol handelt es sich um Impfstoff, der unter Mithilfe der europäischen Partner vorab zur Verfügung gestellt werden konnte. Dies soll die wesentlichen Eindämmungsmaßnahmen wie zum Beispiel die Ausreisetestungen und Reduktion der Mobilität zusätzlich unterstützen. Dieses Impfprojekt wird wissenschaftlich begleitet, um etwaige Rückschlüsse auf die Auswirkungen der Impfung im Lichte der südafrikanischen Virusvariante treffen zu können, die vorwiegend in Teilen Tirols verstärkt auftritt. Darüber hinaus sind aktuell keine weiteren Projekte dieser Art möglich“, heißt es dazu aus dem Büro von Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger sieht die Bevölkerung der 50.000-Einwohner-Stadt durch die Ausreisebschränkungen in Geiselhaft. Weil Wiener Neustadt von den rund 250.000 Einwohnern des Einzugsgebietes wegen der verpflichtenden Tests seit Mittwoch gemieden wird und der Handel eingebrochen ist, hat Schneeberger am Donnerstag auf eine rasche Durchimpfung gedrängt. „Das ist der einzige Gamechanger“, so Schneeberger. Er verleiht seiner Forderung nochmals Nachdruck.

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