© Wochenblatt Paraguay

Chronik Niederösterreich
06/30/2012

Kriminalrätsel: Mysteriöser Tod in Paraguay

Kriminalisten ermittelten ergebnislos gegen den Mann einer Niederöster­reicherin. Er hat nach dem Tod der Frau den Behörden ihre Ehe verschwiegen.

von Patrick Wammerl

Arbeitskollegen und Freunde haben sie vor der Reise mit ihrem Ehemann und dessen "guter Bekannten" gewarnt: "Flieg nicht mit, da ist was faul." Doch Wendy F. aus dem südlichen NÖ wollte darauf nicht hören. Jetzt ist die Frau tot, in Windeseile begraben auf einem deutschen Friedhof in der Kolonie Independencia in Paraguay.

Das mysteriöses Ableben der 47-Jährigen beschäftigte die Mordermittler des nö. Landeskriminalamtes sowie die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.

Doch in den Wirren des paraguayischen Behörden lässt sich der Kriminalfall nicht mehr klären.

Die Frage der die Kriminalisten auf den Grund gegangen sind: Hat Gerhard F. (53) etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun? "Er hat sich jedenfalls stark verdächtig gemacht und das in mehrerlei Hinsicht", so einer der Ermittler. F. ist am 15. September 2011 zusammen mit seiner Frau und einer 46-jährigen Bekannten, die eigenartigerweise die selbe Wohnadresse wie der 53-Jährige hat, nach Paraguay geflogen. Wendy F. war Pferdenärrin. Vor dem Abflug hatte sie in ihrer Arbeit erzählt, dass sie ihr Mann in Paraguay im Pferdestall schlafen lasse. Daraufhin versuchten ihr die Kollegen die Reise auszureden – ohne Erfolg.

Keine Obduktion

Ein paar Tage später war sie tot. Im Totenbericht vom 29. September wird als Todesursache "Plötzlicher Tod" angeführt. Obduktion fand keine statt, wegen fehlender Kühlmöglichkeiten in den Leichenschauhäusern in Paraguay wurde die 47-Jährige noch am selben Tag in Independencia begraben. Ihr Ehemann Gerhard F. und dessen Begleiterin brachen den Urlaub deswegen aber nicht ab. Sie verständigten auch keine Behörden oder die Angehörigen der Frau. Das Außenministerium in Wien erfuhr rein zufällig via Honorargeneralkonsulat von dem mysteriösen Vorfall, bestätigt Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal.

Wegen der merkwürdigen Umstände wurde das Innenministerium gebeten, den Fall zu untersuchen. Denn Gerhard F. hat den Behörden in Übersee bei der Totenbeschau verschwiegen, dass die Verstorbene seine Ehefrau war. Stattdessen gab er an, die Tote lediglich gekannt zu haben. Vielmehr gab er seine 46-jährige Begleiterin Michaela H. als seine Ehefrau aus. Das Außenministerium wurde sofort stutzig.

Bei den Ermittlungen kamen weitere brisante Details ans Tageslicht. Ein paar Wochen vor der Abreise nach Paraguay erhielt der Arbeitgeber von Wendy F. ein Schreiben, wonach um die Umstellung ins neue Abfertigungssystem gebeten wurde. Der Ehemann hatte den Brief jedoch ohne Wissen seiner Frau abgeschickt. Sie dachte, für etwas anderes unterschrieben zu haben. Als sie bereits auf dem Weg nach Paraguay waren, flatterte darüber hinaus ihre Kündigung ins Haus. Das Vorgehen ist der Polizei schleierhaft.

Eine Exhumierung und Obduktion der Leiche wurde überlegt, aber aufgrund der behördlichen Barrieren in Paraguay wieder abgeblasen. Die Ermittlungen sind offiziell eingestellt, der Tod der 47-Jährigen wird niemals restlos geklärt werden.

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