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Chronik Niederösterreich Krems
02/26/2021

NS-Gedankengut: Kremser Maria Grengg-Gasse wird umbenannt

Kremser Gemeinderat beschließt, dass die Maria Grengg-Gasse zur Margarete-Schörl-Gasse wird.

von Teresa Sturm

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Seit dem Jahr 1990 heißt das kurze Straßenstück, in dem sich in Krems ein Kindergarten, eine Volksschule und ein Schülerhort befinden, Maria Grengg-Gasse. Der NS-belastete Straßenname war immer wieder Grund für Diskussionen. Nun wurde im Kremser Gemeinderat ein Beschluss zur  Namensänderung getroffen.

Dem ging jedoch eine  emotionale Debatte voran. Die Malerin und Heimatdichterin Maria Grengg bekundete „offen ihre ideologische Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus und die Verehrung von Adolf Hitler. Obwohl viele ihrer Werke antisemitisch und rassistisch sind, wurde die Straße 1990 nach ihr benannt“. Dieser Text soll zukünftig auf einer Zusatztafel zu lesen sein. Zusätzlich wünschte sich die SPÖ eine Namensänderung zu Margarete-Schörl-Gasse.

Schörl war als  Reformpädagogin im Kindergartenbereich in Krems tätig. Sie sei die richtige Namensgeberin „für eine Straße, die zu einem Kindergarten, einer Volksschule und einem Hort führt“, sagte SPÖ-Bürgermeister Reinhard Resch bei der Debatte.

Bewusstsein

Die ÖVP argumentierte dagegen. Vizebürgermeister Erwin Krammer (ÖVP)  begründete das damit, dass man sich der Geschichte stellen müsse: „Die Gasse soll so bleiben, aber mit einer Zusatztafel, dass das im Bewusstsein auch verankert bleibt. Sonst verschwindet das einfach.“ Auch  FPÖ-Gemeinderat Werner Friedl ist gegen die Umbenennung, weil „die Darstellung gegen Grengg zu kurz greife  und aus dem Zusammenhang gegriffen ist“. Die FPÖ schlug aber vor, einen Platz nach Schörl zu benennen.

Für Gemeinderat Wolfgang Mahrer (KLS) gehe es gar nicht, dass Grengg durch die Straßentafel weiter geehrt würde. So könne sich „das Gift in der Literatur diese Frau“ noch weiter verbreiten. Der Beschluss zur Umbenennung fiel im Gemeinderat schließlich mit den Stimmen von SPÖ, KLS und Pro Krems gegen jene von ÖVP und FPÖ.

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