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Chronik Niederösterreich Krems
08/25/2021

Ladenschluss in der Wachau: Supermarkt in Personalnot

Ein Nah&Frisch-Markt im Bezirk Krems-Land sucht dringend nach Mitarbeitern; sonst muss das Geschäft schließen.

von Teresa Sturm

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Es ist eine idyllische Strecke, fährt man am Donau-Ufer in der Wachau entlang. Ein Heuriger reiht sich an den anderen, dazwischen Weinreben, eine malerische Kirche fast in jedem Ort. Doch etwas fehlt – zumindest, wenn man in der Region lebt: Supermärkte. Nun droht auch einer der wenigen Nahversorger, der „Nah&Frisch – Unser G’schäft in Rossatz“ (Bezirk Krems-Land) zu schließen. Es finden sich keine Mitarbeiter.

Schon der Eröffnung des Marktes waren viele Bemühungen im Vorfeld vorangegangen. 2014 wurde ein gemeinnütziger Verein in Rossatz-Arnsdorf gegründet, um das Geschäft führen zu können. „Wir sind eigentlich der letzte Nahversorger zwischen Mautern und Melk auf der ganzen rechten Wachauseite“, sagt Markus Schmelz, Obmann des Vereins und gewerberechtlicher Geschäftsführer des Nah&Frisch.

Arbeitszeiten

Da nun gleich zwei Mitarbeiter kündigen, sucht man dringend eine Filialleitung und eine Arbeitskraft für 30 Stunden pro Woche. Im Vorjahr erst habe man eine neue Mitarbeiterin bekommen. Die habe aber mittlerweile einen Job gefunden, der familienfreundlicher ist. „Da hat sie am Samstag keine Arbeit. Das ist auch zum Verstehen, wenn jemand Kinder hat“, sagt Schmelz. Zusätzlich sind die Arbeitszeiten für manche abschreckend, weil es eine lange Mittagspause gibt, da in dieser Zeit zu wenig Kundschaft kommt. „Jetzt ist das Problem ganz groß geworden.“

Findet man keine Mitarbeiter, sei man gezwungen, Ende September komplett zu schließen. „Wir sind jetzt sieben Jahre über die Runden gekommen und verdienen nichts damit. Wir wollen eigentlich nur sicherstellen, dass ein Nahversorger für die Bevölkerung da ist.“

Christian Prauchner, Obmann des Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer NÖ, bestätigt, dass der Handel immer stärker vom Fachkräftemangel betroffen sei, besonders in den Bereichen, die eine gewisse Qualifikation voraussetzen: „Dies betrifft die Feinkost, aber auch Bereichs- oder Filialleiter sind immer schwieriger zu finden. Auch der ländliche Raum leidet unter dieser Entwicklung.“ Daher sei es wichtig, die Nahversorger auch als Ausbildungsbetriebe zu bewahren. „Dadurch können wir der Jugend im ländlichen Raum Jobperspektiven eröffnen, was Abwanderung verhindert.“

Schmelz hat die Hoffnung jedenfalls noch nicht aufgegeben. „Diese Woche kamen Bewerbungen herein. Vielleicht ist da jemand dabei.“

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