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Chronik Niederösterreich Krems
01/11/2021

Intensivmediziner: "Werde mich auf alle Fälle impfen lassen"

Herbert Koinig, Intensivmediziner am UK Krems, sprach im Interview mit dem KURIER über die Herausforderungen der Corona-Krise.

von Teresa Sturm

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Medizinisches Personal war wohl noch nie so gefordert wie im Jahr 2020. Spätestens seit den schrecklichen Bildern aus den Krankenhäusern in Italien im Frühling des Vorjahres, rechnete man auch in Österreich mit dem Schlimmsten. Einer, der die Krise hautnah miterlebt, ist Herbert Koing, Leiter der Intensivstation des Universitätsklinikums Krems.

Für ihn sei die größte Herausforderung zu Beginn des Coronavirus-Ausbruchs das Unbekannte gewesen, sagt er im Interview mit dem KURIER: „Bei der ersten Welle im März hat niemand recht gewusst, was da auf uns zukommt.“ Später sei es die Geschwindigkeit gewesen, mit der die Ereignisse geschehen sind: „Diese große Anzahl von Patienten zu betreuen war schwierig.“

Zusätzliche Diensträder

„Im Oktober war es dann so, dass mir über die Vehemenz, mit der es uns getroffen hat, die Augen übergegangen sind“, erinnert sich Koinig. Zu Hochzeiten habe man allein auf den Intensivstationen bis zu 15 Patienten gleichzeitig betreut. Strukturen seien dafür umgebaut worden, um die Situation zu bewältigen. So seien etwa Mitarbeiter in artfremden Tätigkeiten eingesetzt worden und zusätzliche Diensträder wurden geschaffen.

Dass man Patienten eine Behandlung aus Ressourcenmangel verwehren würde, wie es im vergangenen Jahr thematisiert wurde, sei im UK Krems derzeit kein Thema. Man überlege sich aber natürlich, welchem Patienten in welchem Lebensalter man welche Behandlung zumutet.

„Eine Intensivbehandlung soll ja Leben verlängern und nicht das Leiden. In diesem Sinne stellt man solche Überlegungen immer an. Das ist Intensivmedizin ganz allgemein“, erklärt Koinig.

"Annähernd normales Leben" mit Impfung

Die ersten Impfungen sind in Österreich bereits seit Weihnachten zugelassen. In diese setzt der Mediziner große Hoffnung: „Ich glaube, wenn wir ein annähernd normales Leben führen wollen, führt kein Weg an der Impfung vorbei. Die sind durch Zulassungsprozesse gegangen. Ich werde mich auf alle Fälle impfen lassen.“

Trotz der hohen Belastung im Corona-Jahr gab es auch viele positive Erlebnisse. Der große Aufwand habe etwa die Motivation des Teams und den Zusammenhalt gestärkt, sagt Koinig.

Als belohnende Momente beschreibt er auch, wenn Patienten entlassen werden konnten: „Wenn dann ein Schwerkranker das Virus gut überstanden hat und wir ihn nach Hause entlassen können, der Patient rausfährt und vielleicht noch winkt … das sind dann die Kleinigkeiten, die sehr motivierend sind.“

Koinig ist in Linz aufgewachsen und hat in Wien studiert. Der ausgebildete Allgemeinmediziner und Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin war Oberarzt am AKH. 2012 übernahm er die Leitung der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Krems.

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