Hündin stark abgemagert: Besitzerin wird Tierquälerei vorgeworfen

Hündin stark abgemagert: Besitzerin wird Tierquälerei vorgeworfen
Noch kein Urteil, Gutachten von Sachverständigen wird eingeholt.

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Die Vorwürfe wiegen schwer. Frau K. wurde am gestrigen Freitag am Landesgericht Krems vorgeworfen, dass sie einem Tier zumindest von Jänner bis Mitte April 2021 unnötige Qualen zugefügt habe. Nun soll ein Gutachten klären, ob die Frau in der Lage war, den  Zustand der Hündin zu beurteilen.

Laut Amtsärztin sei das Tier stark abgemagert gewesen – ein Weibchen dieser Rasse wiege normalerweise um die 30 Kilogramm, Emma wog bei der Abnahme Mitte April nur 18,5. Die Hündin wurde außerdem nie zum Tierarzt gebracht, sie hatte ausgewachsene Krallen, wodurch es zu Fehlbelastung kam. Emma litt auch unter unbehandelter Karies.

Überfordert

Der Verteidiger  erklärte die Situation so: Die Mandantin habe eine einfache Persönlichkeitsstruktur, es sei ihr nie möglich gewesen, erwerbstätig zu sein. Der Hausarzt bescheinigte ein kognitives Defizit. Nachdem ihr Vater 2020 schwer erkrankt sei, habe K. ihn „rund um die Uhr“ gepflegt. Sie sei überfordert gewesen.

Als K. befragt wird, antwortet sie oft gar nicht und, wenn doch, sehr leise. Sie lebt im Waldviertel  im Elternhaus, erhält 300 Euro im Monat. Ihr sei nicht aufgefallen, dass die Hündin Probleme hatte. Sie habe sie regelmäßig gefüttert. Was das  bedeutet, konnte sie nicht  erklären. Laut Amtstierärztin hätte der schlechte Zustand des Tiers auch Laien auffallen müssen: „Man konnte fast jeden Knochen sehen.“ Das hätte auch an einer Krankheit liegen können, wirft der Verteidiger ein.

Der Prozess wurde vertagt. Die Staatsanwaltstaft forderte ein medizinisches Gutachten, ob K. in der Lage war zu erkennen, wie es der Hündin ging. Auch der aktuelle Zustand soll geklärt werden. „Wenn sie jetzt zugenommen hat, wissen wir, es lag am Futtermangel“, folgert die Staatsanwältin. 

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