© Philipp Hofreiter

Chronik Niederösterreich Krems
12/06/2020

Von Tür zu Tür: Unterwegs als Nikolaus in Corona-Zeiten

Philipp Hofreiter arbeitet eigentlich als Marktfahrer. Jetzt, wo die Märkte zu sind, besucht er Familien als Nikolaus. Heuer ist alles etwas anders.

von Teresa Sturm

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Es ist ein Jahr voller Ungewissheiten. Unzählige Pläne mussten neu geschmiedet oder überhaupt über den Haufen geworden werden. Philipp Hofreiter aus Litschau im oberen Waldviertel ließ sich davon aber nicht entmutigen. Beruflich passte er sich immer wieder neu an das Corona-Jahr an.

Mit seinen Eltern hat er sich vor zwei Jahren als Marktfahrer selbstständig gemacht. "Laut Plan wären wir gerade jeden Tag in einer anderen Stadt.“ Holzspielwaren und Waldviertler Spezialitäten hätte man in Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Wien verkaufen wollen. "Das geht natürlich jetzt nicht.“

Die Not machte erfinderisch und so mietete der 20-Jährige eine Geschäftsfläche in Krems beim Steiner Tor, um dort seine Spielzeugwaren zu verkaufen: "Doch dann kam der zweite Lockdown.“

Unterwegs bei Familien

Da Hofreiter vor einigen Jahren bei der Diözese Linz eine Ausbildung zum Nikolaus gemacht hat, kam er auf die Idee, in dieser Rolle von Tür zu Tür zu gehen. "Dieses Wochenende sind wir jeden Tag von 8 bis 20 Uhr unterwegs und besuchen Familien.“

Erst seit Kurzem ist überhaupt klar, dass der Nikolaus überhaupt auf Besuch kommen darf. "Aber wegen Corona können wir nicht in den privaten Wohnbereich. Wir bleiben im Garten oder im Hof. Gerade im Waldviertel bietet sich das an.“ Dabei erzählt er die Geschichte altersgerecht vom Heiligen Nikolaus. Auch Geschenke gibt es: "Die Kinder können dann selbst die Erzählung nachspielen."

Krampus sei keiner dabei: "Uns ist es wichtig, dass wir Kindern nicht vorhalten, was sie falsch gemacht haben. Das ist der falsche Ansatz. Der Nikolaus ist ein offener Mensch, teilt mit anderen und ist für Probleme anderer da. Er ist keine rügende Person, sondern ein Vorbild.“

"Begeisternd, wenn die Augen glitzern"

Mit den Nikolausbesuchen wolle er den Kindern etwas zurückgeben. "Es ist begeisternd, wenn die Augen glitzern. Insbesondere im heurigen Jahr können wir den Kindern eine Ablenkung verschaffen. Viele sind seit März nicht mehr in der Schule oder im Kindergarten, weil Personen, die der Risikogruppe angehören, daheim leben. Da bin ich die einzige Abwechslung, die es in diesem Jahr gibt. Das ist etwas ganz Besonderes."

Den Osterhasen oder das Christkind würde man nie sehen können, "aber den Nikolaus schon". Hofreiter glaubt, dass das wichtig ist.

Viele Menschen würden glauben, dass die Besuche nicht mehr notwendig sind, wenn die Kinder älter als sechs Jahre alt sind. Hofreiter sei auch schon bei "Kindern" gewesen, die 70 und 72 Jahre alt waren: "Da hat uns jemand zu den Großeltern bestellt. Ältere Leute freuen sich genauso über den Nikolaus."

Nach dem intensiven Wochenende bei den Kindern kann Hofreiter auch den Laden "Holzspielwaren am Steinertor" wieder eröffnen. "Ich hoffe, das bleibt auch so."

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