Verkehr: Auf eine Übergangslösung folgt die nächste
Das Anrufsammeltaxi „Bezirk Korneuburg mobil“ hat in den vergangenen Tagen niemanden mehr aufgesammelt. Mit Ende Juni ist das Projekt – das ohnehin nur als Übergangslösung angedacht war – ausgelaufen. Die Gemeinde Korneuburg hat sich nun aber auf ein Nachfolgeprojekt geeinigt. Auf eine Übergangslösung nach Auslaufen der Übergangslösung sozusagen.
Transportgutscheine
Der Gemeinderat hat beschlossen, die bisherigen Budgetmittel weiterzuverwenden, um mobilitätseingeschränkten Personen und Bürgerinnen und Bürger mit Pflegegeldbezug Transport-Gutscheine zur Verfügung zu stellen. Heißt also: Das Anrufsammeltaxi ist Geschichte.
Seit Juli erhalten Pflegebedürftige (ab Pflegestufe 2) und Personen mit Mobilitätseinschränkung dafür aber finanzielle Unterstützung bei Fahren mit regulären Taxis. „Die Stadtgemeinde übernimmt die Hälfte der anfallenden Fahrtkosten für maximal zweimal zwei Fahrten pro Person und Woche“, heißt es dazu in einer Aussendung der Stadtgemeinde Korneuburg.
Gutscheine werden getestet
Die Transportgutscheine werden derzeit getestet. Die Ergebnisse aus dieser Testphase würden in ein längerfristiges Fördermodell einfließen, das „die Zeit bis zur Realisierung des regionalen Mobilitätsgroßprojekts Weinviertel West überbrückt“, wird berichtet.
Großprojekt verzögert sich
Und das ist der springende Punkt: das Verkehrssystem „Weinviertel West“. Dabei handelt es sich um die groß angelegte Neuorganisation des öffentlichen Verkehrs im westlichen Weinviertel. Bus, Bahn und Sammeltaxis sollen ein abgestimmtes Gesamtangebot in der Region bilden. Der Haken ist allerdings: Das Großprojekt verzögert sich.
Ursprünglich war nämlich vorgesehen, dass das Anrufsammeltaxi „Bezirk Korneuburg mobil“ nahtlos in das Gesamtverkehrskonzept „Weinviertel West“ übergeht. Letzteres allerdings wird heuer nicht mehr in Betrieb gehen. „Der Betriebsstart des neuen Gesamtangebotes ist nunmehr für das Jahr 2027 geplant“, informierte das Land Niederösterreich bereits im März. Grund dafür sei, dass sich der Abschluss des Vergabeprozesses aufgrund des Einspruchs eines unterlegenen Bieters verschoben habe.
Das Sammeltaxi-System ist also ohne Nachfolgeprojekt ausgelaufen. In der Stadtgemeinde Korneuburg kompensiert man diese Lücke nun mit Transportgutscheinen. Für deren Finanzierung will die Gemeinde Fördermittel des Landes Niederösterreich lukrieren.
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