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Glasfaser-Ausbau als „Störfaktor“ für jüdisches Denkmal in NÖ

Autor prangert Pietätlosigkeit an. Temporäre Baustelle neben Gedenkstein für jüdische Familie, die von den Nazis vertrieben wurde.
Glasfaser-Baustelle am Rande der Gedenkstätte.

Ein Gedenkstein erinnert in Breitenstein (Bezirk Neunkirchen) an ein jüdisches Paar. Anna und Karl Wachtl wurden in der NS-Zeit von den Nazis aus der Region vertrieben, die Familie des Paares fand im Konzentrationslager den Tod.

Die Geschichte der Familie ist nach einem Streit vor zehn Jahren dieser Tage erneut in den Fokus des Autors Richard Weihs gerückt. Der Künstler hat als Buchautor die Geschichte von jüdischen Familien in der Semmeringregion aufgearbeitet. Derzeit prangert er den Umgang der Gemeinde mit dem Grundstück rund um die Gedenkstätte an.

Seiner Ansicht nach wird der Platz völlig „pietätlos“ als Abstell- und Lagerfläche missbraucht.

Glasfaser-Baustelle am Rande der Gedenkstätte.

Glasfaser-Baustelle am Rande der Gedenkstätte.

Im Jahr 2017 hatte Weihs nach einem Konflikt mit dem damaligen Bürgermeister eine Grünschnitt-Deponie auf dem Areal verhindert und stattdessen den Gedenkstein durchgesetzt.

1.400 Haushalte bekommen Glasfaser

Für Breitensteins Bürgermeisterin Andrea Koger (ÖVP) kann von „Pietätlosigkeit“ keine Rede sein. An der Straße finden seit einigen Tagen die Grabungsarbeiten für den Glasfaserausbau des Landes statt. Zu diesem Zweck musste die durchführende Firma auf dem Grundstück Kabelsand und andere Baumaterialien zwischenlagern, auch Baumaschinen wurden abgestellt.

„Auf der anderen Seite der Straße ist der Wald. Es gab keine anderen Möglichkeiten zur Lagerung“, sagt Koger.

Ihr sei die Bedeutung des Gedenksteins bewusst. Deshalb habe man auch mit der ausführenden Firma vereinbart, dass die Materialien so rasch wie möglich wieder von dem Grundstück entfernt werden. „Danach wird sofort wieder Rasen angepflanzt und entsprechend bewässert“, so die Bürgermeisterin.

„Habe selbst ein Auge darauf“

Was die Optik der Grünfläche anbelangt, sollte es daher schon bald schöner aussehen als zuvor, meint Koger. Sie versichert, dass sie als Ortschefin selbst ein Auge darauf haben wird.

Den Glasfaserausbau in den Gemeinden Breitenstein, Prigglitz und Schottwien sieht die Politik als großen Wurf. Fast 1.400 Haushalte und Betriebe sollen vom schnellen Internetanschluss profitieren.

Der Spatenstich für den Glasfaser-Ausbau erfolgte im März 2026.

Der Spatenstich für den Glasfaser-Ausbau erfolgte im März 2026.

5 Millionen Euro Investition

Der Glasfaser-Ausbau in der Semmeringregion ist Teil des Gesamtprojekts „Bucklige Welt–Wechselland & Semmering“, das durch die Zusammenarbeit von Bund, Land und Gemeinden ermöglicht wird. Mit Investitionen von rund 5 Millionen Euro entsteht eine Infrastruktur, die die Region langfristig wirtschaftlich stärken soll, neue Chancen für Unternehmen eröffnet und die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig verbessern soll, erklären die Verantwortlichen.

„Der Glasfaserausbau ist ein wichtiger Schritt für unsere Gemeinde. Damit schaffen wir die Grundlage, dass Menschen hier leben und arbeiten können – mit einer Infrastruktur, die auch den Anforderungen der Zukunft gerecht wird“, erklärt Bürgermeisterin Andrea Koger.

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