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Keine Landesförderung mehr: Jugendzentrum in Amstetten zugesperrt

Viel früher als befürchtet musste das Don Bosco-Jugendzentrum wegen Geldnot am Samstag für heuer sperren. Die Stadt Amstetten ist ein Hoffnungsträger gegen das endgültige Aus.
Eli Malicek vom Jugendzentrum Don Bosco Amstetten

Nach 60-jährigem Betrieb wurde am Wochenende das Jugendzentrum Don Bosco in Amstetten zugesperrt. Völlig überraschend stand am Samstag der bislang letzte Betriebstag an.

Nachdem im Frühjahr vom Land Niederösterreich die seit Jahren gewährte Förderung gestrichen worden war, ging dem Sozialwerk Don Bosco das Geld für die kultige Amstettner Jugendeinrichtung aus.

 „Wir wurden gekündigt, das bedeutet, dass das Don Bosco-Heim nach dem heutigen Nachmittag geschlossen bleiben muss“, schilderte die leitende Betreuerin Eli Malicek. Die Dienste des dreiköpfigen Betreuerteams mussten vom Sozialwerk aus finanziellen Gründen quittiert werden.

Nach dem Wegfall der Landesförderung sei der Zeitpunkt gekommen, wo man den Minusstand bei der Erhaltung des Zentrums nicht mehr tragen könne, bestätigte die Geschäftsführerin des Sozialwerks Don Bosco, Regina Schmid. Das endgültige Aus des Zentrums wolle man aber gemeinsam mit der Stadt Amstetten verhindern, kündigte sie an. 

Viele politische Debatten

Der Jugendklub ist in den vergangenen Monaten zum unrühmlichen Fallbeispiel für viel Unvermögen und politische Willkür in Niederösterreichs Jugendpolitik geworden.

Nachdem FPÖ-Integrationslandesrat Martin Antauer zuerst Spardruck und dann unter anderem „links-woken Wahnsinn“ in der Arbeit des katholischen Heims kritisiert hatte, tobte eine heftige Polit-Diskussion.

Eine Resolution im Amstettner Gemeinderat und eine heftige Landtagsdebatte waren die Folge. Die nötigen 50.000 Euro, die für heuer zum Weiterbetrieb nötig gewesen wären, wollte aber kein Mitglied der Landesregierung beisteuern.

Hoffnungsträger bleibt nun die Stadt Amstetten. Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP) und Jugendstadtrat Helfried Blutsch (SPÖ) hatten, wie berichtet, angekündigt, dass der Betrieb des Don Bosco-Zentrums ab Jahresbeginn 2027 weitergehen werde.

Stadt will Jugendzentrum erhalten 

„Es gibt mehrere Varianten, wie wir die Jugendbetreuung in diesem Stadtteil aufrecht erhalten wollen“, erklärte Stadtchef Haberhauer auf KURIER-Anfrage. Ziel sei eine Partnerschaft mit dem Sozialwerk Don Bosco, notfalls müsse die Stadt aber in Eigenregie ein Angebot schaffen. 

Sozialwerk-Chefin Schmid wird im Frühherbst mit einem Konzept bei den für Jugend- und Sozialarbeit zuständigen Landesstellen um Förderungen vorstellig werden. Die Hoffnung, dass das Don Bosco-Zentrum nun nur maximal ein halbes Jahr gesperrt sein soll, war auch am Samstag ein großes Thema bei den dort Anwesenden.

Zum Abschluss hatten Eli und Eva Samstag Nachmittag ein Wuzzelturnier organisiert. Auf den Sport- und Spielanlagen vor dem Zentrum war es in der Sommerhitze menschenleer, aber in den Klubräumen herrschte reges Treiben.

Viele junge Stammgäste waren gekommen. Wobei auch die Ankündigung, dass die noch vorrätigen Süßigkeiten aus der Kantine vernascht werden sollen, ebenfalls etliche Kids zusätzlich angelockt habe, schmunzelte Eli. 

Jugendzentrumn Amstetten

Rund um das Jugendzentrum Amstetten wird es in den nächsten Monaten ruhig werden.

Die Sperre kam jedenfalls für viele Unterstützer und ehrenamtliche Helfer sehr überraschend. Sie hoffen auf die Fortsetzung des Betriebs. Sogar eine betagte Amstettnerin, die seit 53 Jahren hier aushalf, stellte sich ein.

Eigentlich war angekündigt worden, dass man mit 12. September noch das 60-jährige Jubiläum des Jugendheims feiern wolle, bevor man schließen müsse. Bis dahin haben die Ressourcen jetzt aber nicht mehr gereicht.

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