Aus für Jugendheim in Amstetten: Protestsitzung des Gemeinderats

Stadtparlament tagt um 7 Uhr in der Früh. Resolution gegen den Förderstopp für das Don Bosco-Heim von FPÖ-Landesrat Antauer. 550 unterschrieben SPÖ-Petition am ersten Tag.
Historisches gelbes Gebäude mit Uhrturm und mehreren Flaggen davor an einem Platz bei Tageslicht.

Die Streichung der bisherigen Förderung des Landes Niederösterreich und die damit verbundene Sperre des katholischen Jugendheims Don Bosco in Amstetten im 60. Bestandsjahr bleibt ein bestimmendes Thema in der Stadt und der Region. Mit einer für die nächste Woche geplanten Sondergemeinderatssitzung um 7 Uhr in der Früh zu dem Thema wollen sich die Stadtverantwortlichen gegen die Entscheidung den vom FPÖ-Landesrat Martin Antauer veranlassten Förderstopp wehren.

Die Stadt Amstetten fördert, wie berichtet, 20 Prozent der Kosten der vom Salesianerorden über das Sozialwerk Don Boscos geführten Jugendeinrichtung im Zentrum der Stadt. 40 Prozent, das wären für das heurige Jahr 50.000 Euro, hat bislang das Land NÖ zur vielfältigen Jugendbetreuung, die im Don Bosco-Heim angeboten wird, beigesteuert.

Petition 

Statt des heuer für September geplanten Fests zum 60-jährigen Bestehen sehen sich die Betreiber derzeit gezwungen, aus Finanznot die Sperre zu veranlassen. Eine am gestrigen Dienstag von der SPÖ Amstetten gestartete Onlinepetition für den Erhalt des Heims war Mittwochfrüh bereits von 550 Unterstützern unterschrieben worden.

Auch bei der am kommenden Mittwoch um 7 Uhr im Rathaus angesetzten Sondersitzung soll mit einer Resolution an die Landesregierung der Protest der Amstettner gegen das willkürliche Vorgehen Antauers kundgetan werden. Gleichzeitig soll auch der gesellschaftliche Wert der seit 60 Jahren in der Jugendarbeit erfolgreichen Institution aufgezeigt werden, heißt es aus dem Rathaus. Auch gegen das Abwälzen zentraler gesellschaftspolitischer Aufgaben, wie eben der Jugendarbeit, auf die Gemeinden will man sich wehren.

FPÖ-Integrationslandesrat Martin Antauer hatte, wie berichtet, im bereits laufenden Betriebsjahr im Februar über sein Büro die Einstellung der Förderung schriftlich mitteilen lassen. Zuerst wurde aus dem Büro die Jugendarbeit im Don Bosco-Heim in höchsten Tönen gelobt, aber dann das Förder-Aus mit dem großen Spardruck argumentiert.

Don Bosco-Heim

Das Don Bosco-Heim der Salesianer in Amstetten.

Doch etliche Tage später deckte Antauer seine politischen Hintergründe auf. Er übte heftige Kritik an zwei Events zur LGBTIQ-Thematik, die im Heim stattfanden. "Wir schützen Steuerzahler vor links-wokem Wahnsinn", lautete eine der Attacken Antauers. Dass diese Veranstaltungen nur einen kleinen Anteil am Ganzjahresprogramm im Jugendheim haben, blieb unerwähnt.

Auch seitens der SPÖ-nahen LGBTIQ+Organisation SoHo wurde die konkrete Aktion Antauers, aber auch das generelle FPÖ-Verhalten gegen queere Lebensformen heftig kritisiert. Die Petition: https://amstetten.spoe.at/donbosco.

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