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Chronik Niederösterreich
11/03/2020

Jubiläumswarte am Anninger ist gerettet

Novomatic-Gründer schenkt Geld für den Erhalt des beliebten Ausflugsziels. Es muss aber einen Neubau geben.

von Katharina Zach

Es ist eine gute Nachricht, inmitten schwieriger Zeiten. Die Jubiläumswarte am Anninger im Naturpark Föhrenberge im Wienerwald konnte in letzter Minute gerettet werden. Novomatic-Gründer Johann F. Graf stellt 250.000 Euro für den Neubau der Warte bereit.

Dabei drohte der historischen Aussichtsplattform bereits der Abriss. Schon im Frühling des Vorjahres musste sie wegen Gefahr in Verzug gesperrt werden, eine Sanierung der vollkommen verrosteten Stahlkontruktion scheiterte an den hohen Kosten, die der zuständige "Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877“ nicht alleine stemmen konnte.

Für die Mitglieder ein Desaster, denn das 25 Meter hohe Bauwerk ist immerhin so etwas wie das Wahrzeichen des Anningers.

1898 hatten die Naturfreunde die Jubiläumswarte am Gipfel des Anningers zu Ehren der 50-jährigen Regentschaft von Kaiser Franz Joseph I. errichtet. Die Stahlkonstruktion besteht aus drei Stockwerken, 78 Stufen führen zur Aussichtsplattform.

Die Jubiläumswarte ist die einzige und letzte im Bezirk Mödling befindliche genietete Eisen-Fachwerk-Konstruktion und wurde als Geschenk 1898 zum 50. Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. durch den „Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877“ errichtet.

Die Konstruktionstechnik entspricht grundsätzlich jener des Riesenrades in Wien, welches etwa zeitgleich ebenfalls zum Jubiläum errichtet wurde und bis dato ordnungsgemäß gewartet wird. Die kulturhistorische Bedeutung ist somit belegt und offensichtlich.

Die atemberaubende Fernsicht bis zum Leithagebirge oder den Schneeberg von dort oben sowie die Lage am 653 Meter hohen Eschenkogel am Anninger lockten daher scharenweise Ausflügler an. Zehntausende nutzen die Gegend jährlich für Ausflüge und Erholung.

Doch der charakteristischen Stahlkonstruktion und vor allem den Tragwerken setzten im Laufe der Jahrzehnte fortschreitende Korrosion und Verwitterung arg zu. Zwei Gutachten ergaben, dass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Bei einer etwaigen Sanierung hätte die Konstruktion verstärkt werden müssen. Kostenpunkt: 200.000 Euro.

Versuche, Spender und Sponsoren aufzutreiben, scheiterten monatelang. Nun konnte mit Graf aber doch noch ein Geldgeber für den Erhalt des Bauwerks gefunden werden. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Novomatic-Gruppe stellt er dem Verein die Summe aus seinem Privatvermögen zur Verfügung. „Mir ist es ein persönliches Anliegen den Erhalt der Jubiläumswarte am Anninger im Bezirk Mödling sicherzustellen sowie den Familien als beliebtes Ausflugsziel anzubieten", meint Graf.

Allerdings wird die Warte völlig neu errichtet, wie der Obmann des „Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877“, Leo Lindebner, erklärt. Bei einer Sanierung wäre das alte Bauwerk zu klobig geraten. Lindebner ist über Grafs Zusage sehr erleichtert: "Gerade in Covid-19-Zeiten ist es unglaublich schwierig, Unterstützung zu bekommen", sagt er.

Die neue Jubiläumswarte wird aus verzinktem Stahl gebaut, sie soll sich in die Landschaft einfügen. Teile der historischen Warte, wie das Portal beim Aufstieg oder Teile des Geländers, sollen erhalten bleiben. Zudem soll am Fuß der Warte ein Platz mit Sitzgelegenheiten errichtet werden, auch der Gedenkstein bleibt.

Tourismusmagnet

Derzeit laufe die Planungsphase, sagt Lindebner. Er rechnet mit Kosten von knapp 400.000 Euro. Einen Teil wird die Wirtschaftsagentur des Landes NÖ, ecoplus, im Rahmen eines neuen touristischen Entwicklungskonzepts in der Region finanzieren. Im Mai 2021 könnte die Warte dann errichtet werden.

"Die neue Jubiläumswarte wird sicher viele Besucher anziehen", sagt Lindebner. Es gehe auch darum, Menschen für die Natur zu begeistern. "Dieses Tor hat uns Professor Graf aufgemacht."

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